Metropolis
1927 kam der erste Science-Fiction-Film in die Kinos. „Metropolis“ war der bis dahin teuerste Film und trieb seine Produktionsfirma, die UFA, fast in den Ruin.
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Die Handlung
Der Film zeigt „Metropolis“, die Stadt der Zukunft. Sie besteht aus Stahl, Beton und Glas und ist in drei Schichten unterteilt:
- Es gibt eine Oberstadt, in der sich die Reichen vergnügen.
- Darunter, in der Unterstadt, schuften die Arbeiter an monströsen Maschinen. Zentrum der Unterstadt ist die „Herzmaschine“, eine Art Kraftwerk.
- Noch weiter unten in der Erde wohnen die Arbeiter. Sie fahren mit dem Aufzug hoch in die Unterstadt. Die Oberstadt bekommen die Arbeiter nie zu Gesicht.
Der Tag der Arbeiter umfasst 20 Stunden, wovon 10 Stunden gearbeitet werden. Für die Oberschicht hat der Tag 24 Stunden. Zwei Uhren zeigen die unterschiedlichen Zeiten an. Über alle Schichten wacht der Alleinherrscher Joh Fredersen von seinem „neuen Turm Babel“ aus. Eines Tages schafft es eine Kinderschar in Begleitung einer jungen Frau (Maria), von der Unter- in die Oberstadt zu gelangen. Der Sohn des Alleinherrschers (Freder) sieht die schöne Maria und verliebt sich in sie. Freder begibt sich in die Unterwelt, um Maria wiederzusehen. Erstmals wird er mit dem Leid der Unterstadtmenschen konfrontiert. Er muss mit ansehen, wie eine ganze Maschinenanlage überhitzt und explodiert, weil ein Arbeiter erschöpft zusammenbricht. Freder sieht auch, wie schon die nächste Kolonne Arbeiter anrückt, während noch massenweise Verletzte und Tote abtransportiert werden.
Er versucht, seinen Vater über das Leid in der Unterstadt aufzuklären. Doch den Vater interessiert das nicht.
Der Alleinherrscher befürchtet einen Aufstand der Unterstadt. Um das zu verhindern, überträgt er Marias Gesicht auf einen Androiden und programmiert den Androiden so, dass er die Unterstadt zum Aufstand anstachelt – um
dann die Unterstadtmenschen hart bestrafen zu können.
Im folgenden Befreiungskampf wird die Arbeiterstadt komplett geflutet. Maria und Freder können die Kinder in letzter Sekunde retten und in die Oberstadt holen.
Am Ende gelingt Maria und Freder die Zusammenführung von Ober- und Unterstadt.
Technikkritik und Technikbegeisterung
Der Film kritisiert die industrielle Massenproduktion, in der der einzelne Arbeiter nichts mehr wert ist.
„Metropolis“ ist auf der einen Seite eine düstere Zukunftsvision, zeigt aber auch eine unglaubliche Technikbegeisterung: Autos jagen durch die Straßen, Schnellbahnen über Schienenstränge, Flugzeuge durch Häuserschluchten. Auf dem Neuen Turm Babel residiert der Alleinherrscher Joh Fredersen und überwacht von dort aus die ganze Stadt mit Hilfe von technischen Apparaten. Unter anderem benutzt er ein Bildtelefon, über das er sich mit dem Wächter der Herzmaschine austauscht.
Der Aufwand
„Metropolis“ sprengte jeden Rahmen. 36000 Komparsen waren beschäftigt. 50 Autos wurden nach speziellen Entwürfen für den Film angefertigt. Für Darsteller-Gagen wurden 1,6 Millionen Mark ausgegeben. Licht, Farbe, Holz und Mörtel verschlangen 400000 Mark, die Kostüme 200000 Mark.
Die Schauspieler wurden extremen Schmerzen und Gefahren ausgesetzt. So wurde die Hauptfigur Maria an jedem Drehtag viele Stunden lang in ein Holzkostüm gesteckt, das ihr etwas zu eng war und höllische Schmerzen verursacht hat. In einer Szene soll Maria auf einem Scheiterhaufen verbrannt werden und fängt dabei in ihrem Holzkostüm Feuer. In einer anderen Szene springt Maria an eine Glocke, hält sich am Glockenseil fest und wird mit der schwingenen Glocke von einer Turmwand an die andere geschleudert. Mit zerfetzter Kleidung, Hautabschürfungen und Prellungen ist die Hauptdarstellerin Brigitte Helm nicht zum ersten Mal weinend in den Armen des Regisseurs zusammengebrochen.
Eine Bruchlandung
Nach unglaublichen zwei Jahren Drehzeit konnte „Metropolis“ endlich Premiere feiern. Ca. 5 Millionen Mark Produktionskosten mussten wieder eingespielt werden, um die UFA vor dem Ruin zu retten. Die Premierenbesucher, zu denen auch der deutsche Reichskanzler gehörte, nahmen den Film begeistert auf.
Die Filmkritiker reagierten jedoch gespalten. Die technische Umsetzung kam gut an, die Handlung wurde als kitschig und sozialromantisch angesehen. In den folgenden Wochen war „Metropolis“ leider alles andere als ein Kassenmagnet.
Nur 15000 Kinobesucher wollten den Film sehen. Für den amerikanischen Markt wurde der Film von 153 auf 117 Minuten gekürzt, floppte aber auch in der gekürzten Version. Für die UFA eine Katastrophe.
Späte Ehre
Heute gilt Metropolis als Klassiker. In modernen Science Fiction Filmen finden sich unzählige Anspielungen auf „Metropolis“, mit denen die Regisseure dem Monumentalfilm ihre Ehre erweisen.
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