Die Befreiungskriege


Der Russlandfeldzug endete mit einem grauenvollen und verlustreichen Rückzug der französischen Truppen. Alle an den Schlachten Beteiligten verpflichten sich nach dem Russlandfeldzug, ihre Kampfhandlungen bis auf Weiteres einzustellen. Russland und Preußen bekräftigen einander ihr Bündnis.


Es brodelt…

Innerhalb des Rheinbundes bröckelt die Bereitschaft, sich Napoleons Forderungen immer weiter zu unterwerfen. So kommt es zum Beispiel in Hamburg immer wieder zu Widerständen gegen die Kontinentalsperre und gegen die französische Besatzung. Diese Unruhen können erst durch den Einmarsch russischer Truppen beendet werden. 

Am 19. März fordern der russische Zar und der preußische König die deutschen Fürsten auf, sich dem Kampf gegen Napoleon anzuschließen. Außerdem erklären die beiden Herrscher den Rheinbund für aufgelöst. Doch die deutschen Fürsten haben noch zu viel Angst vor Napoleon, um sich gegen ihn zu stellen.

Kriegserklärung

Über den Sommer des Jahres 1813 organisieren Österreich und Preußen eine groß angelegte Initiative gegen Napoleon – auch, weil dieser jede Friedensverhandlung scheitern lässt. 

Am 12. August folgt die förmliche Kriegserklärung Österreichs an Frankreich. In einer Reihe von Befreiungskriegen wird Napoleons Macht immer weiter eingeschränkt. Schritt für Schritt finden die anderen Mächte Europas wieder in ihre frühere Rolle zurück. Unter den Befreiungskriegen ist die Völkerschlacht bei Leipzig am meisten in Erinnerung geblieben.



Die Völkerschlacht bei Leipzig

Vorbereitungen

Die Schlacht soll auf sächsischem Boden stattfinden. Napoleon positioniert seine Truppen in Dresden, wo sie erste Verluste erleiden. Daraufhin weist er seinen Soldaten an, sich in Richtung Leipzig auf den Weg zu machen. Auch die Truppen der Verbündeten begeben sich dorthin. Ein erstes Reitergefecht geht zugunsten der Verbündeten aus. Napoleon will nun schnell die kriegsentscheidende Schlacht herbeiführen.

Napoleon weiß nicht, dass auch Österreich dem Bündnis gegen ihn beigetreten ist und schätzt das gegnerische Heer viel schwächer ein, als es ist.

 

1. Tag

Es gibt drei Schlachtfelder, die durch Sümpfe und Flüsse voneinander getrennt sind. Die Soldaten der Verbündeten sind durch die ersten Kämpfe bei Dresden sehr geschwächt und können kaum ihre Stellungen behaupten. 

Napoleon, dadurch ermutigt, will einen schnellen Angriff starten und das Zentrum der Verbündeten durchbrechen. Doch die russische Infanterie wehrt die französischen Reiter ab. Der Angriff misslingt. Beide Seiten können zwar einzelne Siege vermelden, diese lassen aber keine Gesamttendenz erkennen.

 

2. Tag

Am frühen Morgen tagt der Kriegsrat der Verbündeten. Um 7 Uhr wollen sie einen Angriff starten. Für die Verbündeten rücken 100 000 Mann Verstärkung an. Napoleon bietet einen Waffenstillstand zu seinen Bedingungen an. Er erhält keine Antwort.

 

3. Tag

Nun gibt Napoleon seine Stellung auf und rückt näher an Leipzig heran. Die Verbündeten hatten sich jetzt schon auf 300 000 Mann verstärkt. Es kommt zu heftigen Gefechten. Nun trifft auch noch die Nordarmee ein. Durch gute Absprache und Organisation schaffen es die Verbündeten, den Ring um Napoleons Truppen fast vollständig zu schließen. Ohne ein Gefecht, allein durch den Umstand der Beobachtung und Einkreisung erkennt Napoleon, dass er froh sein kann, wenn ihm ein Rückzug gelingt. Im Dezember überschreiten 18 000 französische Soldaten die preußische Grenze in Richtung Frankreich.

Napoleon will in Paris so schnell wie möglich eine neue Armee aufstellen. Doch der Großteil der französischen Armee befindet sich immer noch in Leipzig. Über Tore, Brücken und Vorstädte stürmen die Truppen der Verbündeten die Stadt. Die Franzosen versuchen, über die Brücke am Ranstädter Tor aus der Stadt zu fliehen. Als die Verbündeten diese Brücke sprengen, bricht Panik aus. Es kommt zur Entscheidungsschlacht, bei der die Franzosen haushoch verlieren. 

Doch die Freude der Verbündeten über den Sieg wird getrübt durch das entsetzliche Leid, dass die Schlacht über die Stadt gebracht hat. 

 

Die Zahlen der Toten und Verwundeten:

Preußische Armee: 16 000

Russische Armee: 21000

Österreichische Armee: 14 000

Französische Armee: 38 000

 

Weitere 15 000 Franzosen befinden sich in Kriegsgefangenschaft. 23 000 verwundete französische Soldaten müssen in Lazaretten zurückgelassen werden. Die vielen Soldaten in den Lazaretten können nicht ausreichend ärztlich versorgt werden. Viele sterben in den Folgetagen an ihren Verletzungen. Mangelnde Hygiene in den Lazaretten löst eine Typhus-Epidemie aus, die auf ganz Leipzig übergreift.

 

Die Folgen

Nach dieser Schlacht sind jegliche Machtansprüche Napoleons endgültig Geschichte. Mit den verbliebenen Soldaten zieht er sich nach Frankreich zurück. Auf deutschem Boden treten die Fürsten nun reihenweise aus dem Rheinbund aus. Ein letztes faires Friedensangebot von Fürst Metternich, bei dem Frankreich die Rheingrenze behalten soll, lehnt Napoleon ab. Die Verbündeten beschließen, gemeinsam nach Frankreich zu ziehen.

Zurück in Frankreich stößt Napoleon auf heftige Ablehnung und Widerstand, auch von ehemaligen Gefolgsleuten.

 

Die letzte Schlacht

Außerdem gelingt es ihm kaum, neue Soldaten zu rekrutieren. Mit dem Heer, was er auf die Schnelle zusammenstellen kann, ist er den Verbündeten zahlenmäßig unterlegen. Die Soldaten sind außerdem schlecht ausgebildet. Weil Napoleon ein weiteres Friedensangebot nicht annimmt, kommt es im März 1814 in Paris zur Entscheidungsschlacht. Die Verbündeten haben kaum Mühe, die Hauptstadt Frankreichs einzunehmen. 
Der selbst ernannte Kaiser der Franzosen verliert nach der Niederlage jegliche Unterstützung seiner Armee. Auch die letzten Vertrauten wenden sich von ihm ab. Der französische Senat entscheidet, ihn als Kaiser abzusetzen. Napoleon verlangt, an seiner Stelle seinen Sohn zum Kaiser zu ernennen. Dieser Wunsch wird abgelehnt. Stattdessen zwingen die Senatoren Napoleon zur bedingungslosen Abdankung. Als Wohnsitz wird ihm die kleine toskanische Insel Elba zugewiesen. Den Kaisertitel darf Napoleon behalten. Nach einigen Monaten auf der Insel Elba begibt sich Napoleon nach Frankreich und unternimmt einen letzten Versuch, die Macht zurückzugewinnen. Doch das Bündnis, dass ihn geschlagen hatte, steht sofort wieder felsenfest gegen ihn zusammen, so dass er scheitert. Napoleons Zeit ist vorbei.