Das Ende des Königs

Nach zwei Jahren des Kampfes hatte sich der dritte Stand aus der Unterdrückung befreit. Seine Abgeordneten hatten sich selbstbewusst zur "Nationalversammlung" erklärt und die Verantwortung für die Umgestaltung des Staates übernommen. 
Die Erklärung der Menschenrechte und die Verfassung stellte das neue Frankreich auf ein sicheres Fundament. Dem König blieb am Ende nichts anderes übrig, als die Macht der Nationalversammlunglung und den eigene Machtverlust anzuerkennen. Ende gut - alles gut? Leider nein. Denn mit der neuen Verfassung waren längst nicht alle Probleme gelöst.


1. Der König flüchtet 

Der König hatte allen Forderungen nachgegeben, lebte in Paris und erledigte seine Aufgaben so, wie die neue Verfassung es vorsah. Insgeheim war er aber überhaupt nicht zufrieden mit seiner neuen Rolle. Heimlich bettelte er in den Nachbarstaaten um militärische Hilfe bei einer Gegenrevolution, mit der er die alten Machtverhältnisse wiederherstellen wollte. Besonders große Hoffnungen setzte er in den deutschen Kaiser, denn dieser war immerhin der Bruder seiner Ehefrau! Doch keiner der europäischen Könige sicherte Hilfe zu. Deshalb entschied der König, mit seiner Familie Frankreich zu verlassen.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1791 gelang es der Königsfamilie, als Kammerdiener verkleidet, in tiefer Nacht aus dem Schloss zu fliehen und sich in Richtung der deutschen Grenze auf den Weg zu machen.
Damit tat es der König 40 000 Adligen gleich, die vor ihm aus Frankreich geflohen sind. Der König plante, gemeinsam mit geflüchteten Adligen einen Plan auszutüfteln, wie sie gemeinsam ihre alte Macht zurückerobern können.
Doch dazu kam es nicht. In einem kleinen Dorf in Lothringen wurde die Königsfamilie erkannt und zurück nach Paris gebracht.

Das Bild zeigt, wie der König in einer Gaststätte "überführt" wird

2. Zweifel an der Monarchie

Mit der Flucht hatte der König den letzten Funken Vertrauen seines Volkes verspielt. Immerhin hatte man ihn in der neuen Verfassung berücksichtigt - und als Dank floh der König aus dem Land? Wie soll man mit einem König zusammenarbeiten, der heimlich seine Flucht organisiert? Damit das nicht noch einmal passieren konnte, wurde der König nun im Schloss eingesperrt und streng bewacht.
Immer lauter wurden die Forderungen im Volk, den König endgültig zu stürzen. Volksmassen stürmen das Pariser Stadtschloss und bedrohten den König. In der Nationalversammlung gibt es hitzige Diskussionen. Der Rechtsanwalt Robespierre wird zum Wortführer:


3. Der Krieg

Doch der König würde sich nicht einfach "abschaffen" lassen. Um ihn für immer des Amtes zu entheben, müsste ein Krieg geführt werden.


In der Nationalversammlung wurde darüber abgestimmt, ob das französische Volk einen Krieg gegen die "alten Mächte" führen sollte. Die Mehrheit entscheidet für den Krieg.

Diese beiden Parteien würden sich im Krieg gegenüberstehen:

Der Krieg begann. Die französische Nationalgarde hatte eine schwierige Aufgabe vor sich. Sie musste dem Ansturm der vereinten europäischen Truppen standhalten, um die erlangte Freiheit zu verteidigen.
Am besten wäre es, wenn die europäischen Truppen gar nicht erst auf französischen Boden gelangten. Wären sie einmal drin, würden sie die französischen Truppen gnadenlos überrennen. 
Die Strategen der Nationalgarde wussten aber, dass sie es allein nicht schaffen konnten, die Grenzen zu sichern.

Deshalb meldeten sich tausende Freiwillige, um die Nationalgarde zu unterstützen. Unter den "Freiwilligen" herrschte eine große Entschlossenheit. Zu dieser Zeit entstand die "Marseillaise", das Lied der Freiwilligen. Dieses Lied ist heute die Nationalhymne Frankreichs.
Doch auch mit der Unterstützung tausender Freiwilliger nahm der Krieg für das revolutionäre Frankreich keinen guten Verlauf. Der Plan, die Grenzen zu sichern, scheiterte. Die Freiwilligen kämpften ohne Erfahrung und mit schlechten Waffen. Außerdem machte das Gerücht die Runde, dass König Ludwig XVI. den europäischen Offizieren die Strategiepläne der Nationalgarde zuspielen würde. Dass Ludwig XVI. mit den feindlichen Truppen gegen sein eigenes Volk zusammenarbeitete, entfachte eine unvorstellbare Wut unter den Freiheitskämpfern. 

Grenzsicherung

Der Sturz auf die Tuilerien 

Die Franzosen wussten: Erreichen die europäischen Truppen erst einmal Paris, würden sie den König befreien und die alte Ordnung wiederherstellen. 
Nun gab es nur noch eine Lösung: Den König zu stürzen! Im August stürmten aufgebrachte Bürger das Pariser Schloss, das von der Schweizergarde beschützt wurde. 

Es kam zu einem erbitterten Kampf, bei dem auf beiden Seiten Hunderte starben.
Der König flüchtete in die Räume der Nationalversammlung. Dort wurde er für abgesetzt erklärt und festgenommen. Das war das Ende der Monarchie in Frankreich.
Noch am gleichen Tag wurden Neuwahlen veranstaltet. Diesmal durften alle wählen, nicht nur die steuerzahlenden Bürger.


Der Sturm auf die Tuilerien

Frankreich wird Republik

Die neu gewählte Nationalversammlung trat am 21. September zum ersten Mal zusammen. Die Gruppe der Jakobiner wurden die Wortführer in der Nationalversammlung. Der Anführer der Jakobiner war Robespierre. Er verkündete das Ende der Monarchie. Frankreich wurde eine Republik. Kein König sollte jemals wieder Macht über das Land ausüben. Robespierre betonte, dass er unbedingt an der Revolution festhalten wolle und alles tun werde, um die Umgestaltung Frankreichs weiter voranzubringen. 


In einer Sitzung der Nationalversammlung wurde das weitere Verfahren mit dem König besprochen. Es gab unterschiedliche Ansichten. Letztendlich wurde entschieden, dass der König wegen Staatsverrates angeklagt werden muss und zu Tode verurteilt wird.

König Ludwig XVI. als Angeklagter vor der Nationalversammlung

Der Abschied von seiner Familie

Der König wurde vor den Augen der Pariser Bevölkerung mit dem Fallbeil, der Guillotine, hingerichtet. Das gleiche Schicksal erging seiner Familie. Durch die Hinrichtungen sollte die Gefahr einer Gegenrevolution durch die Anhänger des Königs abgewendet werden.

Aufgaben

1) Zum Fluchtversuch des Königs

  • Wann versuchte der König, zu fliehen?
  • Warum wollte er fliehen?
  • Welche Hoffnungen setzte er in die Flucht?
  • Wie endete der Fluchtversuch?


2) Nach dem Fluchtversuch
Nach dem Fluchtversuch verschlechterte sich das Verhältnis zwischen dem König und der Nationalversammlung dramatisch. Warum waren beide Seiten wütend aufeinander?

3) Zum Krieg

  • Welche Parteien kämpften gegeneinander?
  • Welche Ziele verfolgten die beiden gegnerischen Parteien?
  • Beide Parteien waren auf Unterstützung angewiesen. Wer unterstützte wen?


4) Zum Sturz des Königs

  • Wann?
  • Durch wen?
  • Warum?

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