Die Kleidung der Bauern

Nach dem Aufstehen und Lüften geht Rupert zu einer Holztruhe, in der die Familie ihre Kleidung und Wäsche aufbewahrt. Auf dieser Truhe hat er gestern Abend seine Kleidung abgelegt: Er zieht zuerst die Beinlinge an, eine Art kurze Hose aus grauer Wolle, dazu lange Strümpfe. Den Oberkörper bedeckt Rupert mit einem Leinenhemd, dass Maria ihm vor drei Wintern gewebt hat. Darüber trägt er ein wärmeres, graues Überhemd, dass ihm bis zu den Oberschenkeln reicht. Dieses Überhemd bindet Rupert mit einem Gürtel.

Dann schlüpft Rupert in seine hölzernen Galoschen, die er immer zur Arbeit trägt. Für Kälte und Regen hat Rupert noch einen offenen Mantel mit Kapuze in der Truhe. 

Sein Haar trägt Rupert wie alle Bauern glatt und kurz bis zu den Ohren.

Auf dem Schemel neben der Truhe liegen Marias Sachen. Sie trägt ein Unterhemd aus Leinen und darüber ein langes braunes Obergewand, dass sie mit einer Kordel am Bauch zusammenhält. Ihre Holzschuhe stehen unter dem Schemel. Die Kinder haben ihre groben, schweren Leinenkittel auf dem Boden neben ihrem Strohlager abgelegt. 

Wechselsachen hatten Bauernfamilien nicht, so etwas konnten sich nur Wohlhabende leisten.

Alle Kleidungsstücke der Bauern waren in Grau und Braun gehalten. Denn der Graf hat allen Bauern verboten, bunte und verzierte Kleidung zu tragen. Adlige trugen bodenlange, farbige Kleider, die oft mit Stickereien verziert waren. Vor der Kälte schützten sich die Reichen mit kostbaren Pelzen.

In einer Kaiserchronik aus dem 12. Jahrhundert heißt es:

AUFGABE: Male eine dreiköpfige mittelalterliche Bauernfamilie in der beschriebenen Kleidung.