Die Potsdamer Konferenz

Deutschland nach dem Krieg

Seit Beginn des Jahres 1945 hatten sich die Alliierten Kilometer um Kilometer auf deutschen Boden vorgekämpft – aus dem Osten, dem Westen und dem Süden. Ab dem 20. April begann die Eroberung Berlins durch die Rote Armee. Am 30. April entzog sich Hitler durch seinen Selbstmord der Verantwortung für Millionen Tote und einen verwüsteten Kontinent. Sein von ihm bestimmter Nachfolger, der Admiral Karl Dönitz, hatte den Siegermächten nur noch die bedingungslose Kapitulation zu verkünden. Zwar begann der „neue Reichskanzler“ Karl Dönitz wie von Hitler gewünscht mit seiner Regierungstätigkeit und stellte sogar ein Kabinett zusammen, welches im neuen Regierungsgebäude, der Militärschule Mürwitz, seine Arbeit aufnahm. Jedoch hatte der Rest der Welt für dieses Kaspertheater nur noch ein müdes Lächeln übrig. 


Vier Siegermächte

Stattdessen übernahmen die vier Siegermächte (die "Alliierten" = die Verbundenen) die Herrschaft über das in Trümmern liegende Deutschland: 

  • Frankreich
  • Großbritannien
  • die USA und 
  • die Sowjetunion


Nachdem die Alliierten ganz Deutschland besetzt hatten, teilten sie es in vier Besatzungszonen oder Sektoren ein. Jede Siegermacht erhielt eine Besatzungszone zur Verwaltung. Jede Besatzungszone wurde von einem Militärgouverneur geleitet.

Die Reichshauptstadt Berlin, eigentlich gelegen im sowjetischen Sektor, bekam einen Sonderstatus: Die Stadt wurde in vier Sektoren unterteilt und jede Besatzungsmacht bekam einen Teil Berlins zur Verwaltung.

Die vier Besatzungszonen
Deutschlands 

Die Besatzungszonen Berlins

Der Alliierte Kontrollrat

In Berlin sollten alle Fäden zusammenlaufen. Auf regelmäßigen Treffen zwischen den Besatzern sollten alle Probleme gemeinsam besprochen werden. Für die gemeinsame Verwaltung Berlins wurde die Alliierte Kommandantur eingerichtet. Für die gemeinsam Verwaltung ganz Deutschlands gab es den Alliierten Kontrollrat.

Der Alliierte Kontrollrat erließ Gesetze und Verordnungen. Diese kamen aber nur zustande, wenn sie einstimmig beschlossen wurden. Dann galten sie aber in allen Besatzungszonen.

Der Alliierte Kontrollrat trat erstmals am 30. Juli 1945 im Hintergrund der Potsdamer Konferenz zusammen, um zu beraten, wie deren Beschlüsse umgesetzt werden sollen. 

Die Potsdamer Konferenz

Am 17. Juli 1945 trafen sich die Regierungs-Chefs der drei wichtigsten Siegermächte Sowjetunion (Joseph Stalin), USA (Harry S. Truman) und Großbritannien (Winston Churchill / Clement Attlee) zur Potsdamer Konferenz.

Vordere Reihe: Attlee (GB), Truman (USA) und Stalin (SU)

Auf dieser Konferenz sollte über das weitere Schicksal Deutschlands und Europas entschieden werden. Die zwei Kernaussagen des Potsdamer Abkommens waren:

1. Die Hauptsiegermächte tragen gemeinsam die Gesamtverantwortung für Deutschland.

2. Die Besatzungsmächte gestatten Deutschland demokratische politische Parteien und Gewerkschaften.

Das Potsdamer Abkommen hatte bis 1991 Gültigkeit und wurde dann durch den „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ abgelöst.

Das Protokoll der Potsdamer Konferenz

Das Protokoll dokumentiert die Themen, die besprochen wurden und die Beschlüsse der Konferenzteilnehmer. Insgesamt enthält das Protokoll der Potsdamer Konferenz 21 Punkte. Hier sind einige ausgewählte Protokoll-Punkte:

1. Es soll ein „Rat der Außenminister“ eingerichtet werden.

2. Trotz der Aufteilung in Besatzungsgebiete soll Deutschland als Wirtschaftseinheit erhalten bleiben. 

3. Deutschland hat an die Siegermächte Reparationen zu zahlen.

4. Die deutsche Kriegs- und Handelsmarine wird gleichmäßig zwischen der Sowjetunion, den USA und Großbritannien aufgeteilt.

5. Großbritannien und die USA berücksichtigen bei künftigen Friedensverhandlungen den Wunsch der Sowjetunion, Königsberg und dessen Umland der Sowjetunion anzugliedern.

6. Gegen die Hauptkriegsverbrecher sollen Gerichtsprozesse durchgeführt werden.

8. Die derzeitige provisorische Regierung Polens wird anerkannt. In Polen sollen freie Wahlen stattfinden. Heimkehrwillige Polen sollen unterstützt werden. Die Oder-Neiße-Linie wird als vorläufige Grenze zwischen Polen und Deutschland festgelegt, wodurch ehemals deutsche Gebiete (Oberschlesien und Danzig) nun innerhalb der polnischen Landesgrenze liegen. Diese ehemals deutschen Gebiete unterstehen nicht der sowjetischen Besatzung, sondern stehen unter polnischer Verwaltung.

9. Der Rat der Außenminister soll Vorschläge für Friedensverträge mit Italien, Finnland, Bulgarien, Ungarn und Rumänien ausarbeiten. Außerdem soll die schnelle Aufnahme von diplomatischen Beziehungen noch vor Zustandekommen der Friedensverträge geprüft werden. Außerdem wird eine schnelle Aufnahme der Länder un die Vereinten Nationen angestrebt.

10. Im Zuge der Friedensverhandlungen mit Italien soll auch über die italienischen Kolonien verhandelt werden.

12. Die verbliebene deutsche Bevölkerung in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn soll „ordnungsgemäß“ nach Deutschland überführt werden. 

19. Jede der drei Regierungen informiert seinen Vertreter im Alliierten Kontrollrat über die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz, die für ihn relevant sind.

Territoriale Beschlüsse

Auf der Potsdamer Konferenz wurden neue Grenzverläufe diskutiert und beschlossen.

1. Königsberg wird Kaliningrad 

Der nördliche Teil Ostpreußens mit der Provinzhauptstadt Königsberg wurde schon vor der Potsdamer Konferenz durch die Sowjetunion erobert und eingegliedert (Ortsnamen russifiziert). Auf der Potsdamer Konferenz beantragte die Sowjetunion, das Gebiet dauerhaft angliedern zu dürfen. Dies wurde vorläufig gewährt.


2. Grenze Deutschland / Polen

Auf der Konferenz wurde über das zukünftige Gebiet Polens verhandelt. Unter Stalins Aufsicht war dort schon eine neue Regierung zustande gekommen. Es war offensichtlich, dass Stalin Polen als Satellitenstaat der Sowjetunion haben wollte und die polnische Regierung wenig Macht haben sollte, auch wenn formal freie und demokratische Wahlen zugesichert worden waren.

Die Alliierten wurden von der Sowjetunion also vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie akzeptierten die derzeitige polnische Regierung „übergangsweise“ bis zum Zustandekommen eines Friedensvertrages. 

Als Grenzlinie zwischen Deutschland und Polen wurde unter viel Streit die Lausitzer Neiße festgelegt, die für Deutschland den größtmöglichen Gebietsverlust bedeutete. Alle Gebiete, die östliche der Oder-Neiße-Linie lagen und nicht schon unter sowjetischer Kontrolle lagen, fielen an Polen.

Streitpunkt war die an der Odermündung liegende wichtige Handelsstadt Stettin und das Stettiner Haff. Stettin liegt westlich der Oder, also auf dem vereinbarten deutschem Territorium. Doch die Polen wollten Stettin auf ihrem Gebiet. 

Nachdem die Sowjetunion Stettin schon längst unter polnische Verwaltung gestellt hatte, konnte die Potsdamer Konferenz nur noch bestehende Tatsachen legitimieren: Stettin und das Stettiner Haff gehörten zumindest vorläufig zu Polen.

Du kannst die Karten anklicken, um sie zu vergrößern.

3. Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen

15 Millionen Deutsche lebten vor Kriegsende in deutschen Siedlungen oder Gebieten außerhalb des Deutschen Reiches: in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn. Mit dem Vordringen der Roten Armee wurden viele Siedler schon vor dem Kriegsende zur Flucht in den Westen getrieben. Im Winter 1944/45 kamen Tausende auf der Flucht ums Leben. Für die verbliebene Hälfte folgte nun auf Beschluss der Potsdamer Konferenz die Zwangsaussiedlung.

Das private Eigentum der Ausgewiesenen musste zurückgelassen werden und wurde als Reparationsleistung eingezogen.

Die Überführung sollte „in ordnungsgemäßer und humaner Weise“ erfolgen. Die Regierungen der ausweisenden Länder wurden gebeten, sich nach den Aufnahmekapazitäten in Deutschland zu richten und die Leute gestaffelt auszuweisen. Dadurch kamen die letzten Ausgewiesenen erst Ende der 50er Jahre in Deutschland an. 

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Aufgaben zum Thema 2.) "Die Potsdamer Konferenz"

2. a) Die Sektoren Teile Deutschland und Berlin in vier Sektoren ein. Verwende die Vorlage. Male dann alle Sektoren in verschiedenen Farben aus (mit Buntstiften). 

Verwende für die Sektoren Deutschlands und Berlins jeweils dieselben Farben. Gib an, wer welchen Sektor verwaltete.

 

2. b) Das Protokoll der Potsdamer Konferenz

Stellt die Potsdamer Beschlüsse in einer vierspaltigen Tabelle dar.