An der Westfront

Die deutschen Truppen marschierten gemäß des Schlieffenplans durch Belgien, trafen dort aber auf eine Bürgerwehr, die erbitterten Widerstand leistete. Nach blutigen Kämpfen und der Zerstörung einiger belgischer Städte passierten die deutschen Soldaten die französische Grenze und planen eine Schwenkbewegung nach Paris, um die Stadt möglichst schnell einzunehmen.

So der Plan...

Die Ausgangssituation

Franzosen und Engländer, im Folgenden als die Alliierten bezeichnet, griffen den deutschen Flügel beim Ausführen der Schwenkbewegung an. Die Deutschen konnten diesen Angriff abwehren, einige wichtige Festungen erobern und die Franzosen zurückdrängen.
Nun standen sich an der Westfront 70 deutsche 92 alliierte Infanteriedivisionen gegenüber. Waffentechnisch waren beide Parteien gleich gut ausgerüstet. Die Deutschen verfügten über die bessere schwere Artillerie. Deren Glanzstück war die „Dicke Bertha“, ein Geschütz mit einem Durchmesser von 42 Zentimetern.

Die Schlachten

Verlauf der Westfront mit den wichtigsten Schlachten

Die Marne-Schlacht

Nach diesem Anfangserfolg wurden die deutschen Soldaten nun aber in verlustreiche und kraftraubende Kämpfe verwickelt, so dass sie die geplante Umfassung von Paris aufgegeben mussten. Auf einer Länge von 250 Kilometern wurde an der Marne eine erbitterte Schlacht geführt, die beinahe zu einem frühen Ende des Krieges geführt hätte. 
Während die Franzosen ihre Truppen schnell verstärken konnten, klafften in der deutschen Kampfreihe riesige Lücken. Fünf Armeen brachen die Schlacht ab und zogen sich weit zurück. Damit war der deutsche Vormarsch gescheitert. Problematisch wirkte sich die Versorgung mit Nachschub und der schlechte Informationsfluss zwischen den einzelnen Armeen aus. Außerdem mussten einige Truppen an die Ostfront abgegeben werden.

Die Alliierten versuchten am 13. und 14. September, die Deutschen bis nach Belgien zurückzudrängen (Schlacht an der Aisne). Doch die Deutschen hatten sich mittlerweile „eingegraben“ und konnten den Angriff abwehren.


Die Ypernschlacht

Die Deutschen begaben sich in einem regelrechten Wettlauf zur Küste, um die dort eintreffenden englischen Soldaten vom Betreten des Festlandes zu hindern. Zur Erstürmung einer Anhöhe nahe Langemark konnten nach den großen Verlusten in der Marne-Schlacht aber nur Kriegsfreiwillige eingesetzt werden, die zu Tausenden fielen. Nach dieser Niederlage der Deutschen erstarrte das Kriegsgeschehen an der Westfront. Beide Kriegsparteien verschanzten sich durch die massiven Beschüsse in Gräben und bauten hinter den Gräben ihre gewaltigen Artilleriemaschinen auf. Die Gräben zogen sich auf einer Länge von 300 Metern durch die Landschaft und verwandelten den Bewegungskrieg zum Stellungskrieg. Die Deutschen setzten erstmals Giftgas ein.

Kämpfe in der Champagne und in Flandern

Anfang 1915 unternahmen die Deutschen es in der Champagne eine große Durchbruchsschlacht. Gewinne konnte keine der beiden Kriegsparteien erlangen, die Verluste beliefen sich auf französischer Seite auf 240 000 Mann und auf deutscher Seite auf 45 000 Mann.
Danach unternahmen die Deutschen in Flandern einen Angriff. Dabei setzten die Deutschen wieder Giftgas ein, was große Lücken in die französische Frontlinie riss. Doch die Franzosen konnten ihre Linie schnell mit Reservisten füllen, so dass die deutsche Offensive schon bald ergebnislos eingestellt werden musste. Und so ging es nun monatelang weiter, ohne dass eine der Kriegsparteien mehr als ein paar Meter feindliches Gelände gewinnen konnte.

Soldaten in Flandern

Die Schlacht bei Verdun

Der Plan

Der Generalstabschef Moltke wurde nun durch Erich von Falkenhayn ersetzt. Dieser hinterfragte die bisherigen Durchbruchsversuche und schlug dem Kaiser vor, die Franzosen an einer für sie militärisch unverzichtbaren Stelle anzugreifen. Bei diesem Angriff sollte es nicht im den Durchbruch in französisches Gelände gehen, sondern um das Zusammenziehen aller französischen Soldaten an einem Punkt. Die deutsche Artillerie soll sich natürlich rechtzeitig an diesem Punkt versammelt haben und den Feind durch Einsatz der Artillerie „zermalmen“. 
Dieser Plan sollte genau am Frontbogen von Verdun umgesetzt werden. Im Umkreis der verschlafenen Kleinstadt befanden sich auffallend viele Festungen. Es handelte sich um ein waldreiches, von vielen Senken und Schluchten durchzogenes Gebiet.

Der Angriff

Der Angriff sollte am 12. Februar  1916 stattfinden. Der Aufwand war enorm: Im Umkreis von Verdun wurden 1200 Artilleriegeschütze, darunter 16 Rohre der „Dicken Bertha“ und 2,5 Millionen Granaten platziert. Fast alle Truppen der Westfront wurden bei Verdun zusammengezogen. 150 000 Mann standen bereit, davon 32 000 in vorderster Linie. Erst am 20. Februar klarte das Wetter auf, so dass am 21. Februar die deutsche Artillerie-Offensive startete. Unter erbittertem Widerstand der Franzosen kämpften sich die Deutschen in den folgenden 5 Tagen gerade einmal 5 Kilometer nach vorn. 

Der Ausgang

Das brandenburgische Infanterie-Regiment schaffte es, das französische Fort Douaumont einzunehmen, welches danach als Durchgangsstation für die vorgehenden Truppen diente.

Doch die Franzosen gaben sich nicht geschlagen. Ein neuer Oberbefehlshaber wurde eingesetzt, der die Verteidigung der Stadt Verdun neu organisierte. Die folgenden Wochen folgte ein zähes Ringen um jeden Meter Boden. Stützpunkte wurden eingenommen und wieder verloren. Im April lag die Zahl der toten, verwundeten und vermissten Deutschen bei 40 000, im Mai schon bei 55 000. 

Die Schlacht an der Somme

Doch Verdun sollte nicht die verlustreichste Schlacht bleiben. Um die Verdun-Front zu entlasten, zogen die Alliierten die für später geplante Großoffensive im Gebiet der Somme auf den Juni 1916 vor und zogen 37 Divisionen dorthin ab. 
In England musste nun die allgemeine Wehrpflicht eingeführt werden, um den Nachschub an Soldaten abzusichern.
Durch Fliegermeldungen erfuhren die Deutschen vom Aufmarsch an der Somme. Acht deutsche Divisionen waren schon dort stationiert. Vom Verdun-Gelände wurden drei weitere Divisionen an die Somme geschickt, diese aber in stark abgekämpftem Zustand.

Am 24. Juni begannen die Alliierten die Schlacht mit einem nie dagewesenen Artilleriefeuer. Ergebnis dieser Offensive: Die Alliierten drangen bis zur ersten Grabenreihe der Deutschen vor, gewannen einige Hundert Meter Trümmerfeld und einige kleine Dörfer. Durch deutsche Gegenangriffe verloren die Alliierten die gewonnenen Gebiete aber wenige Tage später wieder. 

Es folgte eine Zermürbungsphase mit tagelangen gegenseitigen Großangriffen. Auf Seite der Deutschen wurde der fehlende Nachschub an Nahrung, Munition und Artillerie spürbar. Generalfeldmarschall von Hindenburg bemühte sich, die Truppen nicht bis zur völligen Erschöpfung an der Front zu lassen, sondern regelmäßige Ablösungen zu organisieren.

Am 15. September setzten die Engländer erstmals Tanks, die Vorläufer der späteren Panzer ,ein. Auch diese brachten nicht den durchschlagenden Erfolg. 

Nach einer insgesamt fünfmonatigen Materialschlacht lautet die Bilanz der Schlacht von Somme: Ein Gebietsgewinn einer Fläche von 40 Kilomtetern in der Breite und zwölf Kilometern in der Tiefe. 750 000 Mann Verluste (Tote, Verwundete, Gefangene und Vermisste) bei den Alliierten und 500 000 Mann Verluste bei den Deutschen. Raues Oktoberwetter beendete die Kampfkraft auf beiden Seiten endgültig.

 

Der Rückzug

Schon im Herbst 1916 begannen die Deutschen, eine Verteidigungslinie von 143 Kilometern Länge, gelegen hinter der vordersten deutschen Linie, zu errichten. Nach dem Fertigstellen der sogenannten „Siegfriedstellung“ zogen sich die Deutschen hinter diese Befestigungslinie zurück. Gebiete, um die die Alliierten in den Schlachten erbittert gekämpft hatten, konnten sie nun widerstandslos besetzen. 

Die Franzosen begannen währenddessen einen Großangriff an der Aisne. Dieser scheiterte am Widerstand der Deutschen und brachte dem französischen Heer Verluste von 160 000 Mann.

An der Flandernfront versuchten nun wieder die Engländer einen Durchbruch. Im Raum Ypern erfolgte eine fünfmonatige Materialschlacht. Unter dem Einsatz von 50 Millionen Artilleriegranaten erreichten die Engländer einen Gebietsgewinn von 22 Kilometern in der Breite und acht Kilometern in der Tiefe.

Die letzte militärische Aktion an der Westfront war ein Tankangriff der Engländer bei Chambrai. Mit 400 Tanks wurden die deutschen Gräben erfolgreich überwunden. Die Engländer konnten ganze 7 Kilometer weit in deutsches Gebiet vordringen. Doch deutsche Reservisten drängten die Engländer gleich wieder zurück.

Am Ende des Jahres 1917 war kein Ende des Krieges in Sicht. Jedoch befanden sich ab Juni 1917 amerikanische Truppen auf europäischem Boden, denn die USA waren April 1917 gegen Deutschland in den Krieg eingetreten.

Verwundete Engländer

Erschöpfte Soldaten ...

... nach der Schlacht 

Aufgabe zu "An der Westfront":

1.) Notiere die wichtigsten Kriegsereignisse:

Marne:

Ypern:

Champagne / Flandern:

Verdun:

Somme:

2.) Der Krieg begann am 4. August 1914. "Wenn die Blätter fallen, ist der Krieg vorbei", hatte Kaiser Wilhelm II. versprochen. Wie aber sah die Situation an der Westfront am Ende des Jahres 1917 aus?