Der Absolutismus


Auf den vergangenen Seiten habt ihr nicht nur einen sehr speziellen König, sondern auch eine Herrschaftsform kennengelernt, die in der Folgezeit in vielen europäischen Fürstentümern und Ländern nachgeahmt wurde. Viele europäischen Fürsten und Könige wollten sein wie Ludwig XIV. - keiner außer ihm schaffte es, eine vergleichbare Machtfülle aufzubauen. Die Herrschaftsform Ludwigs XIV.  heißt „Absolutismus“. Das sind die vier wichtigsten Kennzeichen dieser Herrschaftsform:

  • Ein Fürst oder König hat allein die uneingeschränkte Herrschatfsgewalt für sein Reich, nach innen und nach außen.
  • Das Oberhaupt ist alleiniger Gesetztgeber, der bestimmt, nach welchen Regeln seine Untertanen zu leben haben.
  • Das Oberhaupt selbst ist jedoch nicht an Gesetze gebunden. Er ist abgelöst von den Gesetzen (lat. legibus ab-solutus). Weil das Oberhaupt von den Gesetzen abgelöst ist, heißt diese Herrschaftsform auch Absolutismus.


Die Macht des absolutistischen Herrschers stützte sich auf 6 Säulen. 





Die sechs Säulen des Absolutismus

Ludwig stützte seine Macht auf ein stehendes Heer. Dieses umfasste 400 000 Soldaten, die ständig bereitstanden. Sie sicherten die Macht des Königs nach innen, sicherten die Grenzen und kämpften in Kriegen mit anderen Ländern. Das Heer unterstand dem Befehl des Königs.
Die Soldaten waren mit den modernsten Waffen ausgestattet und trugen eine einheitliche Uniform.
Die Soldaten des stehenden Heeres mussten für ihre dauerhafte Bereitschaft auch dauerhaft bezahlt werden. Das strapazierte die Staatskasse.

Im absolutistischen Staat gab es Gesetze. Der König erließ diese Gesetze und war zugleich der oberste Richter. Er behielt es sich vor, in die richterlichen Entscheidungen unterstellter Richter einzugreifen.

Der König selbst musste sich nicht an die von ihm aufgestellten Gesetze halten. Er war davon ausgenommen oder abgelöst (lateinisch ab-solutus = abgelöst). Daher kommt die Bezeichnung "Absolutismus" für die Alleinherrschaft eines Königs.

Für schwierige Themen und wichtige Bereiche (Militärwesen, Wirtschaft) beschäftigte Ludwig der XIV. Minister, die ihn berieten. Der wichtigste Minister in Militärfragen war Richelieu, der wichtigste Wirtschaftsminister war Colbert. In jungen Jahren vertraute der König dem Kardinal Mazarin, der ihn in allen Herrschaftsbereichen zur Seite stand.
Alle Berater und Minister hatten jedoch keine Entscheidungsgewalt. Diese lag allein beim König.

Ludwig unterteilte das französische Gebiet in 40 Verwaltungsbezirke. Er beschäftige 4000 Beamte, die diese 40 Verwaltungsbezirke kontrollierten und die Steuern eintrieben.
Als Beamte ernannte Ludwig mit der Zeit immer mehr Bürgerliche und weniger Adlige, weil er diesen zunehmend misstraute.

Die Steuerlast war sehr ungerecht verteilt. Nur der dritte Stand zahlte Steuern. Der erste und zweite Stand lebte von diesen Steuergeldern, ohne selbst Steuern zu zahlen. 

Du hast Colberts Maßnahmen schon ausführlich kennengelernt. 
Der Merkantilismus war der erste Versuch eines Staates, aktiv in den Wirtschaftskreislauf eines Staates einzugreifen. 

Die wichtigsten Merkmale des Merkantilismus sind:

  • zentral verwaltet,
  • systematisch geplant und
  • staatlich gelenkt .


Das wichtigste Ziel des Merkantilismus war, die immens hohen Kosten einzutreiben, die Ludwigs Staatsführung verschlang.



Der König und sein Hof wurden zum Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. 

Das Leben am Hof war bestimmt von

  • ausgelassenen Festen und Jagden,
  • Aufführungen (Theater, Musik),
  • einer Versorgung mit den edelsten Speisen.

 
Auch in den Bereichen Mode,  Kunst (Malerei, Musik) und Architektur setzte der französische Hof neue Maßstäbe. 
Der französische Adel durfte an diesem Leben teilhaben, musste aber dafür Vorrechte und Macht abgeben.

Durch den Kult um seine Person und aufwändige Rituale, in denen er sich verehren ließ, sicherte sich Ludwig den Respekt seiner Hofgestellschaft.

Aus den Glaubenskämpfen, die in Europa in den letzten Jahren tobten, hatte sich Frankreich weitestgehend herausgehalten.
Auch im Dreißigjährigen Krieg erlitt Frankreich keine Verluste. Während das Deutsche Reich in Trümmern lag, stieg Frankreich zur neuen europäischen Großmacht auf.
Die Frage "Katholisch oder protestantisch?" löste Ludwig kurz und knapp, indem er den protestantischen Glauben verbot.
Formal herrschte in Frankreich also der katholische Glaube, dessen Oberhaupt der Papst war.
Doch der König schränkte die Macht der Kirche und des Papstes massiv ein, in dem er die "Gallikanischen Artikel" aufsetzen ließ.



Aufgabe:

Erstelle eine Übersicht über die sechs Säulen der Macht, auf die sich der absolutistische König Ludwig XIV: stützte.
Zeichne auf ein quergelegtes A4-Blatt sechs Säulen (für sechs Machtbereiche) und übertrage in die Säulen die wichtigsten Informationen zu jedem Machtbereich.
Die Übersicht soll dir später als Lernhilfe dienen.