Kloster im Mittelalter

Benedikt von Nursia

moderne Darstellung des Heiligen Benedikt

Darstellung des Heiligen Benedikt von Giovanni Bellini aus dem 15. Jahrhundert

Benedikt von Nursia wurde um 480 nach Christus in Nursia bei Perugia geboren. Das liegt in Mittelitalien:

Die Provinz Perugia in Mittelitalien

Ein Blick auf die heutige Stadt Norcia (Piazza San Benedetto)

Weil Benedikt im Jahr 480 geboren wurde, erlebte die turbulente Zeit zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn des Mittelalters. In seinem Schaffen spiegeln sich beide Zeiten wieder: 

  • ANTIKE: In der römischen Familie gab es genaue Vorstellungen vom Familienleben. Diese Familienregeln prägten Benedikts Vorstellungen vom Kloster-Leben.


  • MITTELALTER: Für das Mittelalter war die tiefe Hinwendung zum Christentum typisch. Auch Benedikt widmete sein Leben dem christlichen Glauben.


Benedikt steht also buchstäblich zwischen zwei Epochen. 

 

Papst Gregor der Große

Unser heutiges Wissen über Benedikts Leben stammt aus den Aufzeichnungen von Papst Gregor dem Großen. Dieser trug um 590 zusammen, was Augenzeugen und Schüler Benedikts über den großen Klostervater berichten konnten:

Benedikt...

stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Seine Eltern schickten ihn zum Studium nach Rom. Dort war Benedikt aber sehr enttäuscht, wie sittenlos die Menschen lebten. Er kehrte der Großstadt den Rücken zu und schloss sich einer Gruppe von Einsiedlern an, die in den Bergen lebten. Danach zog er sich als Eremit in eine Höhle zurück und lebte dort drei Jahre ganz allein.

Das Kloster Vicovaro 

Die Menschen in der Umgebung wurden auf Benedikt aufmerksam und baten ihn, die Leitung des nahe gelegenen Klosters Vicovaro zu übernehmen. Benedikt nahm die Bitte an und wurde der Abt des Klosters. Mit den dortigen Verhältnissen war Benedikt aber überhaupt nicht einverstanden und begann, das Klosterleben neu zu ordnen. Das gefiel den dort lebenden Mönchen aber nicht. Sie versuchten sogar, den unbequemen Abt mit vergifteten Wein umzubringen. 

Benedikt verließ das Kloster Vicovaro und ging zurück zu seiner Höhle. Dort gründete er nun sein eigenes Kloster „San Clemente“ und weitere kleine Klöster. Es gab nun aber Meinungsverschiedenheiten mit dem zuständigen Priester, so dass Benedikt seine Klöster verließ und weiterzog.

 

Das Kloster Montecassino

Mit einer kleinen Gruppe treuer Anhänger begab sich Benedikt 80 Kilometer südöstlich auf den Monte Cassino (=Berg Cassino) und gründete dort im Jahr 530 das Kloster "Montecassino", welches das Vorbild aller folgenden Klöster werden sollte. 
Die Gemeinschaft nannte sich nach ihrem Gründer "Benediktiner". 

Die Regula Benedicti

Um das Leben der Benediktiner zu regeln, verfasste Benedikt die berühmte „Regula Benedicti“. In diesem Regelwerk konnte man genau nachlesen, wie man sich im Kloster verhalten musste, wer welche Rechte und Pflichten hatte usw. Benedikt orientierte sich bei seinen Vorstellungen von einem harmonischen Zusammenleben an der römischen Familie: Dort wurde zwar strenger Gehorsam verlangt, im Gegenzug schenkte die römische Familie aber auch Halt und Geborgenheit. Das wünschte sich Benedikt auch für sein Kloster. 

Lebensende

Nach dem Aufbau des Klosters Montecassino sollte Benedikt dieses Kloster nie wieder verlassen. Er widmete sich ganz dem Aufbau dieses besonderen Ortes und kümmerte sich um die Menschen, die dort mit ihm nach seinen Regeln leben wollten. Er starb am 21. März 547. Heute wird Benedikt als Heiliger verehrt und gilt als einer der bedeutendsten Männer in der Geschichte des Christentums.

Aufgabe 2:

Erstelle einen Kurzsteckbrief über Benedikt von Nursia, in dem du Informationen zu den folgenden Schlagwörtern sammelst:

Geburt
Familie
Studium
Rückzug
Kloster Vicovaro
Kloster Montecassino
Regula Benedicti
Lebensende