2. Politische Voraussetzungen

So wie es auch Marco Polo getan hat, versuchten alle Fernhändler im Mittelalter, ostwärts nach Indien zu gelangen. Über die berühmte Seidenstraße wurden Gewürze, Stoffe und Edelsteine von Asien nach Europa gebracht.

Die christlichen Europäer mussten dafür aber arabisches Gebiet durchqueren, in dem der islamische Glaube herrschte. Es gab zu dieser Zeit viele Konflikte und Glaubenskriege zwischen Muslimen und Christen. Die Durchfahrt der christlichen Händler wurde zunehmend schwieriger. Schließlich baute sich das Osmanische Reich (die heutige Türkei) zwischen Europa und Asien auf. Die Osmanen verlangten so hohe Zölle von den europäischen Händlern, dass der Handelsweg durchs Osmanische Reich aufgegeben werden musste. Doch ohne das Osmanische Reich zu durchqueren, mussten die Seefahrer ganz Afrika umsegeln – ein riesiger Umweg!

Auf der Weltkarte sah das so aus:

Das war der kurze Weg von Europa nach Asien. Der kurze Weg führte durch das Osmanische Reich.

Das war der lange Weg von Europa nach Asien. Wenn man nicht durch das Osmanische Reich konnte, musste man ganz Afrika umrunden...

Aufgabe:

2 a) Die üblichen Handelswege führten durch arabisches Gebiet. Das führte im Spätmittelalter zu Problemen. Warum?

2 b) Was unternimmt das Osmanische Reich, was die Situation für die europäischen Händler weiterhin verschlechtert?

2 c) Vergleiche die lange und die kurze Reiseroute von Europa nach Asien. Wie viel länger war der Weg um Afrika herum im Vergleich zum kurzen Weg?