3. Geografische Voraussetzungen
Der Ostweg nach Asien war also versperrt. Wenn die Kaufleute nicht jedesmal um Afrika herum segeln wollten, mussten sie nach anderen Wegen suchen. Warum dann nicht einfach mal in westliche Richtung segeln?
Ein junger Mann aus Genua, Christoph Kolumbus, war der festen Überzeugung, dass man auf dem westlichen Weg nach Indien gelangen könnte. Er glaubte, dass dieser Weg sogar viel kürzer sei als der Weg in Richtung Osten. Dieser Behauptung liegt ein Rechenfehler zugrunde. Marco Polo mit seinen Reiseberichten war daran nicht ganz unschuldig. Durch die Wegbeschreibungen Marco Polos wurde ein viel zu kleiner Erdumfang angenommen.
Kolumbus errechnete zwischen den Kanarischen Inseln und Japan einen Abstand von 4500 Kilometern. In Wirklichkeit sind es aber fast 20 000 Kilometer! Ohne diesen Rechenfehler hätte Kolumbus die Reise wahrscheinlich niemals angetreten.
So stellten sich die Menschen damals die "Rückseite" der Weltkugel vor:
Kleine Übersetzungshilfe:
Hispania = Spanien
Mangi = Indien
Cipangu = Japan
Aufgaben:
3 a) Erkläre den Rechenfehler von Christoph Kolumbus. Wie kam der Rechenfehler zustande?
3 b) Doch der Rechenfehler war nicht der einzige Fehler. Links unten siehst du, wie sich die Menschen die "Rückseite" der Weltkugel vorstellten. Rechts siehst du, wie die "Rückseite" wirklich aussieht. Wie heißt die Landmasse, die im Weg liegt, wenn ich von Spanien nach Indien segeln möchte?
So stellte sich Kolumbus die Westroute nach Indien vor.
Und so sieht der Weg tatsächlich aus...