Galileo Galilei

Wie alles begann

Galileo Galilei wurde 1564 in Pisa, einer Stadt in der Toskana (im heutigen Italien), geboren. Der Vater war Musiker. Er interessierte sich sehr für Mathematik und hat auch seinen Sohn dafür begeistert.


Kein Wunder, dass Galileo mit 17 Jahren ein Mathematik-Studium in Pisa begann.

Dieses schloss er erfolgreich ab und wurde 1589, mit 25 Jahren, zum Mathematik-Professor ernannt. Er heiratete seine Haushälterin und bekam mit ihr drei Kinder.

Galileo hatte ein großes Interesse an Naturwissenschaften, besonders an der Astronomie. Im Jahr 1606 entdeckte er einen neuen Stern. Um die Sterne noch besser beobachten zu können, entwickelte er das Fernrohr weiter. Mit diesem konnte er die Milchstraße erkennen. Außerdem entdeckte er vier bis dahin unbekannte Jupiter-Monde.

Die Milchstraße

Außerdem hatte Galileo eine eigene Werkstatt, in der er gern tüftelte und experimentierte. Über alles, was er entdeckte und herausfand, fertigte er Schriften an und hielt Reden. Dadurch wurde er auch über die Grenzen Pisas hinaus berühmt. 1610 wollte er dann schließlich dorthin ziehen, wo alle wichtigen Denker der Zeit lebten: nach Florenz. Dort ernannte ihn der Herzog zum „Ersten Mathematiker“.

Wie Galileo die Welt veränderte

Im Jahr 1615 veröffentlichte Galileo seine neueste Erkenntnis: Er glaubte, beweisen zu können, dass die Erde Teil eines heliozentrischen Systems ist. Demnach stehe die Sonne im Mittelpunkt des Universums und würde von den Planeten umkreist. Auch die Erde gehört zu den Planeten, die sich um die Sonne herum bewegen.
Damit stützte Galileo die Behauptungen, die vorher schon Kopernikus aufgestellt hatte. Dieser hatte es aber nicht geschafft, seine Behauptungen zu beweisen. Galileo unternahm nun einige Berechnungen, um das heliozentrische Weltbild zu beweisen.
 
Doch das heliozentrische Weltbild vertrug sich nicht mit dem, was in der Bibel stand. Deswegen erlebte Galileo nun heftige Anfeindungen von Seiten der Kirche. Diese verbot dem Mathematiker, seine Lehre weiter zu verbreiten. Seine Schriften wurden auf die Liste der verbotenen Literatur aufgenommen.

Galileo vor Gericht

Bald erfolgte in Rom ein Papstwechsel. Der neue Papst war noch strenger als der alte, so dass sich die Lage für Galileo weiter verschlechterte. Er wurde vor das Inquisitionsgericht im Rom bestellt. Ein Schock für den streng gläubigen Christen. Niemals wollte er mit seinen Forschungen in Widerspruch zu den christlichen Glaubensinhalten treten. Doch nun drohte ihm eine Gefängnisstrafe.

Die Legende

Der Legende nach kam es zu einer Gerichtsverhandlung, bei der er unter Beugungshaft und Folter gezwungen wurde, zu schweigen. Er nahm das Urteil schließlich an, murmelte aber beim Hinausgehen angeblich den berühmten Satz: "Und sie bewegt sich doch!"

Nach der Verhandlung kam Galileo - der Legende nach - ins Gefängnis. Später wurde die Strafe zu Hausarrest abgemildert. Damit er seine Behauptung aber nicht unter Gelehrten weiter verbreiten konnte, durfte Galileo die Stadt Florenz nicht mehr betreten. Er musste sich aufs Land zurückziehen, wo er im Jahr 1642 im Alter von 77 Jahren starb. 



Die Faktenlage

Wenn man sich die Unterlagen zur Gerichtsverhandlung ansieht, sieht es etwas anders aus. Von "Beugehaft"und "Folter" ist in den Unterlagen keine Rede. 
Stattdessen kann man dort nachlesen, dass Galileo in der Verhandlungszeit in einer Villa der Medici wohnte, mit Blick auf die vatikanischen Gärten.

Doch was passierte in der Gerichtsverhandlung? Den Unterlagen nach bekräftigte Galileo wirklich vor dem Inquisitionsgericht seine Behauptung, dass die Sonne im Mittelpunkt des Universums steht. Doch dafür ist er von den Richtern keineswegs bestraft worden. Stattdessen waren die Richter gegenüber den Ausführungen durchaus aufgeschlossen. Sie störte nur, dass Galileo den Anspruch absoluter Wahrheit erhob. Und dass, ohne dass er seine Behauptungen stichhaltig beweisen konnte! Genau das sollte er unterlassen.


Und sie bewegt sich doch? - Und er hat's nie gesagt!

Die Verhandlung ist also keineswegs so brutal und unerbittlich verlaufen, wie es heute dargestellt wird. Leider muss man den berühmten Satz „Und sie bewegt sich doch!“ ins Reich der Legenden verbannen. 
Doch es stimmt, dass Galileo nach der Verhandlung bestraft wurde - und zwar, weil er eben den Wahrheitsanspruch erhob. Im Arrest erforschte Galileo weiter mit seinem Teleskop das Universum. 

Glaube oder Forschung?

Besonders beschäftigte ihn die Frage, wie er seinen Glauben mit seinen Forschungen in Einklang bringen konnte. Für ihn war klar, dass beides gehen musste: an Gott glauben und die Welt mit wissenschaftlichen Methoden erforschen! Es durfte nicht sein, dass der Glaube wissenschaftliches Forschen blockierte.

 

Wie ging es weiter?

Die Idee des heliozentrischen Weltbildes war nun einmal in der Welt. Man konnte sie nicht mehr zurücknehmen. Immer mehr Naturwissenschaftler bewiesen in den folgenden Jahren die Annahmen von Kopernikus und Galilei. 1757 wurde das heliozentrische Weltbild schließlich von der Kirche anerkannt.

 


Galileos Geschichte in Bildern...

Der Himmel: Das Reich Gottes oder Forschungsobjekt für Astronomen?

Es musste beides gehen: Glauben und Forschen!

Aufgabe: 

Erzähle die Geschichte Galileo Galileis anhand der Bilder.