Amerigo Verspucci

Der Mann, der Amerika den Namen gab

1. Seine Herkunft 

Amerigo Vespucci war, genau wie Christopher Kolumbus, Italiener. Er stammte aus Florenz. 
Nachdem er eine Ausbildung zum Bankkaufmann durchlaufen hatte, arbeitete er für die berühmte Adelsfamilie Medici als Buchhalter. Zinsen berechnen,  Belege prüfen, mit Zahlen jonglieren – alles recht langweilige Tätigkeiten. Obwohl ihn viele Menschen um seine Arbeit bei den Medicis beneideten, war Amerigo Vespucci damit nicht glücklich.
In seiner Freizeit studierte er Seekarten und die Reiseberichte des Marco Polo. Außerdem beobachtete er die Sterne.

2. Eine neue Aufgabe

Wie dankbar war Amerigo, als er von den Medici nach Sevilla in Spanien geschickt wurde, um dort Schiffe auszurüsten und für den Seehandel Buchhaltungsaufgaben zu erledigen. 
In Sevilla kontrollierte er Waren, die in den Hafen einliefen und von dort ausliefen. Bei diesen Tätigkeiten traf Amerigo auch auf Christoph Kolumbus. Er half Kolumbus bei den Vorbereitungen der zweiten und dritten Reise. Als der Büroleiter der Niederladdung Sevilla starb, übernahm Amerigo Vespucci die Leitung des Büros und blieb dauerhaft in Südspanien.

3. Endlich auf See!

Im Jahr 1499 stach er dann erstmals selbst in See, als Teil einer spanischen Entdeckergruppe. Die Flotte umfasste drei Schiffe. Nach 43 Tagen sahen die Seefahrer Land. Genau wie Kolumbus dachten sie, sie wären an der Ostküste Asiens gelandet.

Im Auftrag des portugiesischen Königs nahm Amerigo Vespucci im Jahrr 1502 an einer zweiten Seereise teil, die die Seeleute nach Brasilien führte. Er wusste, dass er sich auf unentdecktem Gebiet bewegte und bezeichnete es als „Neue Welt“. Mit dem Betreten Brasiliens wird Vespucci Mitglied in der Gruppe der bedeutenden Entdecker.

Erste Seereise

Zweite Seereise

4. Der Reisebericht

Noch im gleichen Jahr verfasste Amerigo einen Reisebericht namens „Neue Welt“. Dieser Bericht war eigentlich an seinen alten Arbeitgeber Lorenzo Medici adressiert, wurde aber veröffentlicht und sorgte für viel Aufregung. Die Italiener rissen sich förmlich um die Schilderungen Amerigos von der „Neuen Welt“. Er erzählte von den Sitten und Lebensweisen der Ureinwohner. Die Leser konnten erfahren, dass die Ureinwohner sich piercten und dass es unter den Ureinwohnern auch Kannibalismus gab.

 

5. Ein Name für den neuen Kontinent

Anders als Kolumbus hatte Amerigo bemerkt, dass er sich auf einem neuen, bisher unentdeckten Kontinent befinden musste. Schon 1507 schlugen Kartenschreiber vor, diesen neuen Kontinent nach dem Vornamen seines Entdeckers „America“ (von Amerigo) zu benennen. 

Gesagt – getan, die Kartenzeichner betitelten den neuen Kontinent in ihren. Karten dann einfach mit „America“. Zuerst wurde nur der Südteil des neuen Kontinents „America“ genannt, bald aber auch der Nordteil.
Auf dem Bild siehst du, wie ein Kartenzeichner Vespucci abbildete.

6. Die große Ungerechtigkeit

Wenn Amerigo Vespucci im Jahr 1499 erstmals den amerikanischen Kontinent betrat, dann wissen wir, dass er keinesfalls der erste Europäer auf amerikanischem Boden war. Christoph Kolumbus entdeckte schon 1492 die karibische Inselwelt, die zu Amerika gehört. Allerdings wusste er nicht, dass er sich auf einem neuen Kontinent bewegte. Bis zu seinem Tod glaubte er, er wäre viermal nach Asien gesegelt! Diese Unwissenheit mindert die Bedeutung seiner Reisen. Kolumbus wurde die kleinere Ehre zuteil: Nur die südamerikanische Landmasse, die Kolumbus entdeckt wurde, heißt bis heute Kolumbien.

Als die Kartenzeichner im Jahr 1513 die große Ungerechtigkeit bemerkten, hatte sich der Name „Amerika“ bereits eingebürgert…

Amerigo Vespucci, der Mann, nachdem Amerika benannt ist, starb im Jahr 1512 im spanischen Sevilla.