Das alte Rom

DIE RÖMISCHE BAUKUNST

 Das Straßennetz

Der Straßenbau zählt heute zu den größten Leistungen der Römer. Er begann in der wichtigsten Stadt - in Rom. Das Straßennetz wurde dann aber immer weiter ausgebaut. Wenn die Römer neue Gebiete eroberten, bauten sie auch dort bald neue Straßen. Denn die Soldaten, die Beamten und die Statthalter sollten überall gut hinkommen und mussten versorgt werden. 

Der Straßenbau diente in erster Linie militärischen Zwecken. Die Straßen wurden aber auch von Händlern und Reisenden genutzt. Schwertransporte wurden meistens von Ochsen oder andere Lasttieren gezogen. Reiche Römer reisten in Pferdewagen zu ihren Landhäusern und zu den vornehmen Badeorten am Mittelmeer. Die Straßen ermöglichten auch Reisen in weit entfernte Gegenden.

Die Straßen waren außerhalb von Ortschaften meistens so breit, dass zwei Wagen problemlos aneinander vorbeifahren konnten. In den Städten waren die Straßen aber meistens viel enger. Es war lebensgefährlich, sich zu Fuß zwischen den Fuhrwerken zu bewegen. Allerdings gab es auch „Fußgängerüberwege“:

Der Kaiser Augustus veranlasste, dass alle 30 Kilometer eine Raststätte gebaut wurde, den seine kaiserlichen Beamte, Offiziere und Eilkuriere kostenlos nutzen durften. Andere Bürger mussten dafür bezahlen. 

Weil alle wichtigen Orte durch das Straßennetz miteinander verbunden waren, konnte das römische Reich zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum zusammenwachsen. Man konnte von Portugal bis ans Schwarze Meer reisen und von Britannien nach Arabien. Überall wurde mit römischen Denaren bezahlt. Im ganzen römischen Raum musste man fast keine Zölle bezahlen. Weil das Straßennetz ständig erweitert wurde, umfasste es am Ende über 80 000 Kilometer!

Die Bauweise

Dass die Straßen zum Teil bis heute erhalten sind, liegt an der sorgfältigen Bauweise:




  1. Zuerst wurde ein mindestens ein Meter tiefer Graben gegraben, auf dessen Boden das   Fundament aus Sand aufgeschüttet wurde.
  2. Auf das Fundament wurden große Steine gelegt. Diese wurden mit Mörtel befestigt.
  3. Über die großen Steine kam eine Schicht aus kleineren Steinen (3).
  4. Darauf wurde Schotter oder Sand gekippt (4).
  5. Die Oberfläche wurde aus 50 x 50 cm großen Steinplatten gepflastert.
  6. Die Straße wurde dann von Kantsteinen eingefasst (6).


Das war aber längst nicht alles. Am Straßenrand wurde oft ein Fußweg errichtet. Auch ein Wassergraben war notwendig, damit das Wasser von der Straße abgeleitet wurde. An vielen Straßen musste außerdem ein Erdwall zur Verteidigung aufgeschüttet werden. Diese große Aufgabe konnte nur erledigt werden, wenn gerade viele Legionäre nicht im Krieg waren. Denn in Friedenszeiten war der Straßenbau ihre Aufgabe.
Im Abstand von einer Meile (1,48 Meter) wurden Meilensteine aufgestellt, die die Entfernung zur nächsten Stadt angaben. Sie dienten zur Orientierung der Reisenden. Sie informierten aber auch über den Erbauer des Straßenabschnitts.