4. Wie die Römer Krieg führten
1. Die Legionäre
Aus einer kleinen Stadt wird ein großes Reich
Der Legende nach hat alles damit angefangen, dass Romulus einen Hügel zur Stadt ausgebaut hat. Er nannte diese Stadt "Rom". Nach und nach wurde die Stadt immer größer. Schon bald erstreckte sie sich über sieben Hügel und füllte auch den Raum zwischen den Hügeln.
Doch auch diese Fläche reichte den Römern nicht. Sie eroberten immer mehr Gebiete: erst den italienischen Stiefel, bald den ganzen Mittelmeer-Raum.
Das Römische Reich wird immer größer...
510 vor Christus: Rom ist noch ein kleines "Pünktchen" auf der Weltkarte...
270 vor Christus: Die "Römer" beherrschen nun den ganzen italienischen Stiefel.
40 vor Christus: Nun kann man vom "Römischen Reich" sprechen. Es legt sich wie ein Kranz um das Mittelmeer.
230 nach Christus: Das Römische Reich dehnt sich in alle Richtungen immer weiter aus. Auch Teile des heutigen Deutschlands gehören dazu. Das Römische Reich umfasst 33 heutige Länder!
Die Legionäre
Wie konnte das Römische Reich so groß werden?
Indem die Römer immer mehr Völker unterwarfen und die Grenzen gut sicherten.
Und warum konnten sie so viele Völker unterwerfen? Das lag an ihrer erfolgreichen Kriegsführung.
Und wer genau führte so erfolgreich Kriege? Das waren in erster Linie die tapferen und treuen Legionäre, die Fußsoldaten. Sie trugen das größte Risiko in der Schlacht und entschieden über Sieg oder Niederlage.
Und wie viele Legionäre gab es im Römischen Reich? In seiner besten Zeit waren es über 300 000 Legionäre.
Wie wurde man Legionär?Das war ein angesehener Beruf, den man erlernen musste. Die Legionäre erhielten eine sehr gute Ausbildung im Gebrauch der Waffen. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, während der Legionärsausbildung ein Handwerk zu erlernen.
Wie war ein Legionär ausgerüstet? Die Ausrüstung eines Legionärs bestand aus Waffen, aber auch aus nützlichen Gegenständen für unterwegs. Denn der Legionär war oft monatelang zu Fuß unterwegs.
Was waren die Aufgaben des Legionärs?
Die wichtigste Aufgabe war natürlich die Kriegsführung. Wenn sie gerade nicht im Krieg waren, sicherten die Legionäre die Grenzen, bauten und befestigten Lager und bauten Straßen. Diese Straßen waren wichtig, denn auf ihnen wurde der Naschschub an Waffen und Verpflegung von einem Ort zum anderen transportiert. Und auch die Legionäre selbst gelangten über ihre Straßen von einem Lager zum nächsten. So konnte die Versorgung gesichert werden.
Wir lange dauerte der Legionärsdienst und was bekam man dafür?
Der Dienst dauerte 25 Jahre. In dieser Zeit bekam der Legionär einen regelmäßigen Sold. Am Ende der Dienstzeit bekam er zusätzlich ein Stück Land oder eine finanzielle Abfindung. Wenn man ein Hilfslegionär war, konnte man am Ende der Dienstzeit sogar römischer Bürger werden. Dann hatte man viel mehr Rechte als vor dem Legionärsdienst. Außerdem erlernten fast alle Legionäre während ihrer Dienstzeit Berufe, die sie danach weiter ausüben konnten. Dadurch war der Unterhalt auf Lebenszeit gesichert.
Hatte der Legionärsdienst auch Nachteile?
Ja, zum Beispiel durften die Legionäre während ihrer Dienstzeit nicht heiraten und keine Familie gründen. Außerdem lebten sie natürlich immer in der Gefahr, in einer Schlacht verwundet oder sogar getötet zu werden.
Das römische Heer
Du weißt, dass die Soldaten im römischen Heer sehr gut ausgebildet waren. Außerdem waren sie sehr gut organisiert. Die Legion setzte sich aus mehreren kleineren Gruppen zusammen. Die kleinste Gruppe war die Zenturie. Sie wurde von einem Zenturio geleitet.
Ungefähr 80 bis 100 Legionäre gehörten zu einer Zenturie.
Fünf Zenturien bildeten eine Kohorte. Das bedeutet, dass zwischen 400 und 600 Legionäre in einer Kohorte waren.
Zehn Kohorten bildeten dann eine Legion. Demzufolge war eine Legion zwischen 4000 und 6000 Mann stark!
Taktik und Kampftechnik
Doch die große Mannstärke einer Legion war nicht das einzige Erfolgsgeheimnis der Römer. Die Strategen entwickelten außerdem erfolgreiche Angriffs- und Verteidigungstaktiken. Zum Beispiel erstürmten die Römer gegnerische Befestigungen mit Rampen und Zugbrücken.
Auch beim Erfinden von Waffen waren die Römer erfinderisch. Sie erfanden ein armbrustähnliches Wurfgerät, mit dem man Speere, Steine oder brennende Geschosse auf die Gegner abfeuern konnte.
Doch besonders großen Erfolg brachte die Schildkrötenformation, die "testudo". Die Kämpfer in einer Legion walzten sich auf ihren Gegner zu, indem sie ihre Schilde von allen Seiten schützend vor, neben und über sich hielten.
Hier eine Zenturie in Schbildkrötenformation.
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Und hier eine spaßige Variante - bitte nicht erstnehmen...!
Die Kavallerie
Neben den Legionären, den Fußsoldaten, gab es auch eine kleine Gruppe von Reitersoldaten. Die Reitersoldaten bildeten die Kavallerie. Auf ihren Pferden konnten sich die Soldaten der Kavallerie schnell fortbewegen und den Gegner ausspähen. Außerdem konnten sie schnell Informationen von Zenturie zu Zenturie überbringen. Eine weitere Aufgabe war, die Feinde zu verfolgen.
Die Soldaten in der Kavallerie wurden sehr gut bezahlt, mussten aber ihre Pferde selber kaufen und mit Futter versorgen.
Das römische Lager
Natürlich war eine römischen Kriegstruppe monatelang weit von der Heimat entfernt unterwegs. Sie musste sich in der Nähe des Kampfgebietes ein großes Lager errichten, in dem alle Soldaten gemeinsam leben konnten.
Das Lager wurde von den Legionären gebaut. Zuerst zäunten sie das Lager sorgfältig ein, damit es nicht von den Feinden gestürmt werden konnte. Die Zäune wurden später von den Reitersoldaten bewacht.
Im Lager war alles quadratisch angeordnet. Alle Verbindungswege innerhalb des Lager verliefen parallel zueinander. Rechtwinklig zu den Verbindungswegen wurden Querverbindungen angelegt.
Alle Schlafzelte der Legionäre wurden systematisch entlang der angelegten Wege angeordnet. Außer den Schlafzelten gab es in den Lagern Werkstätten, ein öffentliches Bad und einen Marktplatz. Es entstand also eine regelrechte Zeltstadt!
Zusammenfassung
Dass die Römer so erfolgreiche Krieger waren, hatte viele Gründe. Sie bildeten ihre Legionäre gut aus und organisierten sie in kleinen Gruppen. Viele kleine Gruppen bildeten eine ungefähr 5000-Mann-starke Legion. In den Legionen wurden neuartige, schlagkräftige Waffen eingesetzt. Ein großes Erfolgsgeheimnis war die Schildkrötenformation, die Angriffe des Gegners verhinderte. Neben den Legionären, den Fußsoldaten, gab es in jeder Legion auch Reitersoldaten, die sich schnell zwischen den Gruppen hin- und herbewegen konnten, um Informationen weiterzugeben.
Auch die gut organisierten Militärlager, in denen die Soldaten viele Monate lang gut miteinander leben konnten, trugen zum Erfolg der Römer bei.
Aufgaben:
1. Was ist ein Pilum? Erkläre die Waffe kurz.
2. Welche Aufgaben hatte der Legionär?
3. Was waren die Vor- und Nachteile des Legionärsberufes?
4. Erkläre Zenturie, Kohorte und Legion.
5. Erkläre die "Schildkrötenformation".
6. Wie war das römische Lager aufgebaut?
7. Schneide den Legionär aus und klebe ihn mit seinen Gegenständen auf Seite 11 deines Römerheftes.