Athen wird Weltmacht
Der Parthenon
Durch die Siege in den Perserkriegen war Athen eine bedeutende und mächtige Stadt geworden. Durch die Einnahmen des Attischen Seebundes war die Polis auch reich. Die Athener waren stolz auf das, was sie erreicht hatten und wollten ihren Reichtum auch allen zeigen.
In Athen gab es einen Versammlungsort, die „Pnyx“. Dort trafen sich die Männer Athens zur Volksversammlung, um über wichtige Angelegenheiten der Polis zu sprechen. Vielleicht kam es dort zu diesem Gespräch:
Alle waren sich einig, dass Athen einen prächtigen Tempel bekommen muss. Doch über die Einzelheiten wurde monatelang diskutiert. Denn jede Kleinigkeit musste gemeinsam entschieden werden.
Wortführer war der damalige Superstar der Athener – der Stratege Perikles. Er war ein geschickter Redner und wusste, wie er in mitreißenden Ansprachen die Meinung seiner Zuhörer beeinflussen konnte.
Am Ende wurde festgelegt: Der Tempel sollte „Parthenon“ heißen. Er sollte auf dem Hügel „Akropolis“ entstehen. Dieser Hügel befand sich mitten in Athen und war das Zentrum der Stadt.
Um 480 vor Christus begannen die Bauarbeiten. Viele Jahre lang konnten die Athener nun aus ihren engen Gassen hinauf schauen und die Arbeit am Tempel beobachten. 200 Bauarbeiter waren mit dem Bau des Parthenons beschäftigt.
Für den Parthenon war nichts zu teuer: Seine Säulen sollten aus purem Marmor geschaffen werden. Eine Sensation, denn üblicherweise bestanden Tempel damals aus Kalkstein. Der Marmor wurde aus einem 16 Kilometer entfernten Steinbruch geholt - auf Wagen, die von Ochsen gezogen wurden. Ein unglaublicher Aufwand!
Die Rampe
Doch der größte Aufwand war, die tonnenschweren Steinquader auf die Akropolis zu bekommen. Dafür wurde zuerst eine Rampe gebaut.
Das Zugsystem
Auf der Rampe arbeiteten die Athener mit einem cleveren Zugsystem.
Wenn man von oben auf die Rampe und die Akropolis schaut, sieht man, wie das Zugsystem funktionierte: Ein Gespann aus acht Ochsen war mit einem Wagen über eine Seilwinde verbunden. Indem die Ochsen die Rampe herunterliefen, zogen sie den Wagen nach oben. Auf dem Wagen wurde ein Marmorblock transportiert.
Ein Kran stapelt die Säulen
Oben angekommen wurden die Marmorblöcke zu Säulentrommeln geformt und mit Hilfe eines Krans zu Säulen aufgetürmt.
Über Spikes wurden die Säulentrommeln miteinander verbunden.
Tadaaa - der Parthenon ist fertig!
Und dann war es endlich soweit: Nach 15 Jahren Bauzeit wurde der Tempel mit einem riesigen Fest eingeweiht. Die ersten Besucher kamen aus dem Staunen gar nicht wieder heraus. Der Tempel war ca. 30 Meter hoch! Seine Außenseiten bestanden aus 46 strahlend weißen Marmorsäulen (15 Säulen an jeder Längsseite und 8 Säulen an jeder Querseite).
Diese Säulen lenkten den Blick nach oben zu den Reliefs, die sich wie ein Band um den Tempel herum zogen. Die Reliefs leuchteten in Rot und Blau, in Elfenbein und Gold. Sie zeigten Szenen aus den griechischen Helden- und Göttersagen.
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Alles krumm und schief!
Übrigens war am Parthenon keine Linie gerade. Alle Linien des Fundaments wirken gerade, sind aber beim genauen Hinsehen und Nachmessen leicht gekrümmt. Das gleiche gilt für das Dach und für alle Säulen. Warum? Nicht, weil sich die Bauzeichner vertan haben. Die Linien sind gekrümmt, um die optische Täuschung auszugleichen. Denn nur mit einer leichten Krümmung wirkt die Konstruktion von unten aus betrachtet gerade...
Die Statue
Doch die größte Überraschung erlebten die Besucher im Inneren des Tempels. In einem abgedunkelten Raum standen sie auf einmal vor einem reich mit Gold verzierten wunderschönen Sockel. Auf diesem Sockel erblickten sie ... riesengroße Füße! Langsam nach oben schauend erlebten die Augen der Betrachter ein regelrechtes Fest aus Gold und Elfenbein.
Sie mussten ein paar Meter zurückgehen, um die Figur zu erkennen: Es war eine Darstellung der Göttin Athene. Der Künstler Phidias hatte für die Statue ein Grundgerüst aus Zedernholz anfertigen lassen und dieses komplett mit Gold- und Elfenbeinplatten überzogen. Die Statue ragte zehn Meter in die Höhe (mit Sockel waren es 11,5 Meter).
Die Schatzkammer
Doch der Parthenon diente nicht nur der Verehrung der Göttin Athene. In einer gesonderten Kammer wurde der Staatsschatz Athens aufbewahrt. Dazu gehörten die Gold- und Silbervorräte der Polis, aber auch die Einnahmen aus dem Attischen Seebund. Hinter vorgehaltener Hand erzählten sich die Athener, dass Geld aus dem Attischen Seebund für den Bau des Tempels abgezweigt wurde. Das ahnten natürlich auch die Bündnispartner und waren darüber sehr wütend...
Mit dem Parthenon was das Bauprojekt auf der Akropolis noch lange nicht beendet. Rings um den Parthenon herum entstanden viele kleinere Tempel, Gebäude und hübsche Wege, so dass die Akropolis der schönste Platz in ganz Griechenland wurde.
Die Aufgabe
Du wirst eine Broschüre gestalten, die die Besucher der Akropolis über die wichtigsten Fakten informiert. Du hast zwei Möglichkeiten:
Für Vorlagen-Verwender
Verwende die Vorlage. Trage die geforderten Informationen ein und beschrifte die Kästchen. Wenn du möchtest, kannst du die Bilder ausmalen.
Für Selbst-Gestalter
Du möchtest keine Vorlage verwenden, sondern lieber eine eigene Broschüre gestalten? Dann falte ein weißes Blatt dreifach und überlege dir eine gute Anordnung. Du könntest in deiner Broschüre über die Bauarbeiten, die Hilfsmittel, den Grund des Tempelbaus, die Besonderheiten der Fassade oder die Athene-Statue informieren. Du entscheidest, was du schreibst und wie du die Fakten anordnest.