DAS "ÖTZI"-MUSEUM
Willkommen im Ötzi-Museum in Bozen. Hier bekommst du ein paar erste Eindrücke:
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Darf man den Toten ausstellen?
Nachdem Ötzi gefunden wurde und sein wahres Alter ermittelt war, wurde er viele Monate lang ausgiebig erforscht. In dieser Zeit lag er in einer Kühlkammer eines wissenschaftlichen Labors. Zu dieser Zeit konnte sich niemand vorstellen, dass Ötzi einmal im Museum landen würde. Wie sollte der wertvolle Körper im Museum erhalten werden? Und außerdem ist es nicht besonders respektvoll, Ötzi ohne Kleidung und mit verschrumpelter Haut tausenden Schaulustigen auszusetzen, oder? Wir können ihn ja nicht mehr fragen, ob er gezeigt werden möchte.
Ein Museum für Ötzi
Doch das Interesse an Ötzi war überwältigend. Menschen auf der ganzen Welt begeisterten sich für den Mann aus dem Eis und seine Geschichte. In allen Zeitungen schaffte es Ötzi auf die Titelseite. Immer wieder äußerten "Ötzi-Fans" den Wunsch, den Mann im Museum sehen zu können. Dieser großartige Fund gehörte doch allen Menschen, nicht nur den Forschern, oder?
Und so kam es, dass im Jahr 1998 tatsächlich das "Südtiroler Archäologiemuseum" eingerichtet wurde. Dieses Museum sollte sich in erster Linie mit Ötzi und seiner Geschichte beschäftigen.
Was kann man im Museum erleben?
Der Rundgang durchs Museum ist äußerst spannend. Schritt für Schritt nähert man sich Ötzi immer mehr. Zuerst erhält man jede Menge Hintergrundwissen über die Fundstelle, die Fundsituation, Ötzis Lebensumstände und so weiter. Dann gelangt man in einen hellen, großen Raum, in dem Ötzis Gegenstände und Kleidungsstücke ausgestellt sind - natürlich in Vitrinen gesichert, denn anfassen darf man die wertvollen Fundstücke nicht!
Von diesem Raum aus gelangt man in einen abgedunkelten Raum. Anders als in den bisherigen Räumen gehen die Besucher hier nicht umher, sondern stehen ruhig da. Sie reden kaum. Ganz am Ende des Raumes ist ein hell beleuchtetes Fenster. Jetzt wird klar: Hinter diesem Fenster muss Ötzi liegen. Die Menschen stehen an, um Ötzi sehen zu können. Man erkennt nun, dass die ruhig dastehenden Menschen eine Schlange bilden, die sich langsam in Richtung des Fensters bewegt. Man braucht einige Minuten Geduld, bis man endlich selbst vor dem Sichtfenster steht. Der Anblick ist gruselig. Ötzi wirkt sehr klein und zusammengefallen. Ohne Kleidung, nackt und verschrumpelt, ist er den Blicken der Besucher schutzlos ausgesetzt. Der Raum, in dem Ötzi liegt, ist eine Kühlkammer. Denn um Ötzi zu erhalten, muss er immer tiefgefroren sein. Eine dicke Eisschicht umgibt seinen Körper. Ötzis Kühlkammer ist hell gefliest und mit grellem Licht ausgeleuchtet. Seine Liegefläche ist aus Metall. Der kleine Raum wirkt kalt und ungemütlich. Ist das ein würdevoller letzter Ort für den Menschen, der uns so viel über seine Zeit und sein Leben erzählt hat? Das muss jeder für sich entscheiden. Als ich meinen Moment vor dem kleinen Fenster hatte, dachte ich: "Das hat Ötzi nicht verdient."
Der Mitmach-Bereich
Anschließend gelangt man in einen Raum, in dem Besucher, vor allem Kinder, viel ausprobieren, experimentieren und erleben dürfen. Hier gibt es interaktive Karten zu erkunden, eine Röntgenkamera, mit der man über Ötzis Körper fahren kann und Knochenproben, die man mit dem Mikroskop betrachten kann. Dabei stellt man fest, dass Ötzis Knochengewebe porös und brüchig war. Man findet hier auch nachgeschneiderte Kleidungsstücke. Ötzis Mantel darf man sogar anziehen. Dabei stellt man fest, wie schwer dieses Kleidungsstück auf den Schultern lag. Damit im Hochgebirge im tiefen Schnee über Berge klettern? Unvorstellbar! In diesem spannenden Raum können Kinder viel entdecken.
Die Rekonstruktion
Nach der Begegnung mit dem toten Ötzi gibt es am Ende noch eine Begegnung mit dem lebenden Ötzi. Denn zwei Künstler haben sich an eine unglaubliche Aufgabe gewagt: Anhand der körperlichen Überreste Ötzis und moderner Kenntnisse haben sich Ötzi rekonstruiert. Das bedeutet, sie haben eine Figur erschaffen, die so aussieht, wie der echte Ötzi damals ausgesehen haben könnte!
Forschungsauftrag:
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