Die Landwirtschaft in Mesopotamien
Natürlich lebten nicht alle Mesopotamier in Städten. Es gab immer noch viele Dörfer, auf denen Bauern mit dem Getreideanbau und der Viehzucht beschäftigt waren. Viele Fundorte berichten uns, wie die Menschen auf dem Land gelebt haben. Die Archäologen haben Getreidereste, Tierknochen, Keilschrifttafeln und Tongefäße ausgegraben. Wir wissen, dass das Landleben sehr hart war, vor allem im trockenen Süden, wo Pflanzen nur durch riesige Bewässerungsanlagen gedeihen konnten. Was auf dem Land angebaut wurde, musste nicht nur für die Bauern reichen, sondern auch für die Stadtbewohner. Die Bauern mussten einen Teil der Ernte an die Regierung abgeben.
Doch die Bauern stellten nicht nur Nahrungsmittel her, sondern auch Stoffe, Körbe und Töpferwaren. Ihre Häuser waren aus Lehmziegeln oder Schilf. In jedem Dorf gab es einen Getreidespeicher und Lagerhäuser, die alle gemeinsam nutzen konnten.
Obst und Gemüse
Die Mesopotamier kannten schon Blattgemüse, wie zum Beispiel Spinat. Außerdem bauten sie Erbsen und Bohnen an. Mit Zwiebeln und Knoblauch würzten sie ihre Speisen. Auch Hopfen wurde angebaut und zu Bier verarbeitet.
Datteln, Weintrauben und Feigen waren die Obstsorten der Mesopotamier.
Getreide
Die Menschen wussten seit der Jungsteinzeit, dass man Getreide systematisch anbauen, ernten und lagern kann.
Anfangs gab es nur Wildgetreide mit sehr kleinen Körnern, aus denen nur wenig Mehl gedroschen werden konnte. Die Bauern waren clever: Sie suchten die Getreidehalme mit den größten Körnern aus und setzten diese Körner als Saat wieder in die Erde ein. So gelang es ihnen, mit der Zeit immer hochwertigeres Getreide anzubauen.
Nutztiere
Schon in der Jungsteinzeit wurden wilde Tiere gezähmt, um sie dann in der Siedlung zu halten. Neben Schafen und Ziegen züchteten die Mesopotamier auch Rinder, Schweine, Enten und Gänse.
Die Standarte von Ur
Die Standarte von Ur ist eine Holztafel, in die Figuren aus Lapislazuli und Perlmutt eingelegt wurden. Sie ist ungefähr 2500 vor Christus entstanden. Sie zeigt eine typische Szene aus dem Leben in Mesopotamien: Die Belieferung der Stadtbevölkerung mit Nahrung, kontrolliert durch den König.