Die Jungsteinzeit

4. Tiere zähmen und züchten

In der Altsteinzeit ernährten sich die Menschen vorwiegend vom Fleisch gejagter Tiere. Am liebsten erlegten sie riesige Mammuts und Wollnashörner. Doch nun wurde es deutlich wärmer auf der Erde. Die großen Tiere kamen wegen ihrer dicken Fettschicht nicht mit der Wärme zurecht. Sie starben aus oder verzogen sich in den Norden, wo es noch kalt war. Die Menschen konnten deshalb nur noch kleine Tiere jagen.

Mit der Jagd war es nun sowieso problematisch. Denn die Menschen waren sesshaft geworden und lebten an einem Ort. Da war es schwierig, Jagdtieren tagelang hinterherzurennen. Besser wäre es doch, sich die Tiere in die Siedlung zu holen... Die Tiere könnten in der Siedlung leben und wenn man Fleisch braucht, tötet man das Tier einfach an Ort und Stelle…? 
 
Moment mal: Die Wildtiere waren kräftig und sehr aggressiv. Und überhaupt nicht daran interessiert, sich von den Menschen einsperren zu lassen. Und mit ihren riesigen Hörnern wehrten sie sich gegen das Einsperren. Die Menschen mussten sich etwa einfallen lassen:

Zähmen 

Also mussten die Menschen es erst einmal schaffen, die Tiere zu zähmen. Zähmen bedeutet, friedliche Tiere mit Nahrung anzulocken und an ein Leben in der Siedlung zu gewöhnen. 

Züchten

Züchten bedeutet, von den angelockten Tieren nur diejenigen mit den besten Eigenschaften weiterzuvermehren. Zum Beispiel wurden die friedlichsten Tiere ausgewählt und die Tiere, die nur kleine Hörner hatten. Aggressive Tiere oder Tiere mit großen Hörnern wurden nicht weitervermehrt.

Vom Wildschaf zum Hausschaf in vier Schritten...

Schafe waren die ersten Tiere, die zu Haustieren "umgezüchtet" wurden. Dafür veränderten die Menschen die natürlichen Eigenschaften des Tieres:

Das Wildschaf

hatte einen schlanken Körperbau und lange Beine. Das Fell war recht kurz. Die Hörner waren lang und stellten für Feine eine Gefahr dar...

Die Hörner

wurden zuerst einmal kleiner gezüchtet, indem nur Wildschafe mit kleinen Hörnern weiter vermehrt wurden.

Die Beine

wurden durch gezielte Zucht immer kürzer. Durch das Leben in den Siedlungen der Menschen bewegten sich weniger und mussten ihre Nahrung nicht mehr selbst beschaffen. Dadurch wurden die Schafe dicker und unbeweglicher.

Das Hausschaf

hat auffallend kurze Beine. Viele Schafarten haben gar keine Hörner mehr. Das heutige Hauptmerkmal des Schafes ist das dichte, schwere Fell, welches  zur Wollgewinnung regelmäßig geschert wird.

Doch auch bei anderen Tieren wurden die nutzbaren Eigenschaften durch gezielte Zucht immer weiter verbessert:


  • Schweine wurden immer fetter gezüchtet, damit sie beim Schlachten mehr Fleisch auf den Rippen hatten.



  • Die Milchmenge von Kühen und Ziegen wurde gesteigert.

Aus Haustieren wurden Wildtiere...


Vom Wildschaf zum Hausschaf:

Vom Wildrind zum Hausrind:

Vom Wildschwein zum Hausschwein:

Durch eine gute Auswahl der Tiere, durch ihre Zähmung und durch ein Weiterzüchten der besten Eigenschaften wurden die Nutztiere nun zu unverzichtbaren Helfern der Menschen in ihren Siedlungen.