Die ersten

Hochkulturen 


In der Jungsteinzeit...

hatten die Menschen gelernt, sich selbst zu versorgen und ihr Leben zu planen. Das gelang aber nicht überall auf der Welt, sondern nur in Gebieten, wo es warm war und wo genug Wasser vorhanden war. In Europa war es damals viel zu kalt. Außerdem war ganz Europa von Wald überzogen, so dass auch gar kein Platz da war, um eine Siedlung zu bauen.

Die allerbesten Lebensbedingungen gab es vor 5000 Jahren im Vorderen Orient. Der Vordere Orient liegt östlich von uns, in Asien. Zwischen dem Mittelmeer und dem persischen Golf flossen schon damals zwei Flüsse: der Euphrat und der Tigris. Die Lage zwischen zwei Flüssen brachte viele Vorteile:

  • Das Flusswasser stellte die Trinkwasservorsorgung sicher.
  • Man konnte mit dem Flusswasser die Felder bewässern.
  • Mit Schiffen konnte man auf den Flüssen fahren und Waren transportieren. Das ermöglichte den Warenhandel.
  • Nicht zuletzt lebten in den Flüssen Fische, die eine proteinreiche Nahrungsquelle darstellten.



Weil das Gebiet zwischen den beiden Flüssen die Form eines Mondes hatte, nennen wir es den "Fruchtbaren Halbmond". Ein anderes Wort ist "Mesopotamien" (Me-so-po-ta-mien), das bedeutet "Zweistromland".

Wo liegt das Zweistromland?

Deutschland und der Vordere Orient

Der Vordere Orient

Der Fruchtbare Halbmond zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris

Wie können wir uns das Leben in Mesopotamien vor 5000 Jahren vorstellen?

Studenten der Universität von Sydney haben alles, was wir über das Leben im Fruchtbaren Halbmond  wissen, zusammengefasst und daraus eine Computeranimation erstellt. Schau sie dir an:

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Man sieht, dass es den Menschen dort wirklich gut ging. Kein Wunder, dass viele dort leben wollten und Siedlungen gründeten. Und aus diesen Siedlungen entstanden schon bald die ersten Städte!

Die ersten Städte


Die Funde beweisen, dass die ersten Städte nicht einfach eine Aneinanderreihung von vielen Siedlungen war, sondern wirklich richtige Städte mit einer städtischen Verwaltung:

  • Es gab ein Stadtzentrum, in dem auch ein Herrschaftssitz vorhanden war. Denn eine Stadt erforderte einen Chef, der das Zusammenleben regelte.


  • Außerdem gab es Verwaltungsgebäude, in denen die Berater und Vertrauten des Herrschers arbeiteten. Denn in einer Stadt mussten auf kleinstem Raum tausende Menschen satt werden. Das erforderte eine gute Organisation.


  • Wenn es einen Herrscher gab, der mit Beratern und Vertrauten zusammenarbeitete, dann kann man schon von einem Regierungssystem sprechen.


  • Aber wie gelang die Versorgung der Städtebewohner? Die ersten Städte im Zweistromland hatten ein ausgeklügeltes Versorgungssystem. Es gab riesige Bewässerungsanlagen und Staudämme, um Wasser zu speichern und um Hochwasser zu vermeiden. Denn ein Unwetter hätte katastrophale Folgen gehabt. Durch die gute Bewässerung war an den Stadtgrenzen auch Landwirtschaft möglich, um die Stadtbewohner mit Nahrung zu versorgen.


  • Die Ausgrabungen beweisen, dass die Bewässerungsanlagen und Dämme von Mathematikern geplant wurden. Die ersten Städte waren eine Meisterleistung der Architektur und der gewissenhaften Planung.


  • Doch wie war das Zusammenleben der Bewohner organisiert? Natürlich musste das Miteinander vieler Menschen viel strenger geregelt werden als  das Miteinander in einer kleinen Siedlung. Alle Interessen mussten berücksichtigt werden


  • Gesetze waren erforderlich, deren Einhaltung natürlich auch kontrolliert werden musste - und schon war ein Rechtssystem auf den Weg gebracht. Dafür waren Juristen zuständig.


  • Auch die Finanzen mussten geregelt werden: In den ersten Städten gab es einige öffentliche Plätze und Einrichtungen, die von allen Bewohnern gemeinsam genutzt werden konnten. Wer bezahlte die? Dafür mussten von den Bewohnern Abgaben eingetrieben werden. Aber wer musste wie viel Abgaben zahlen? Dafür musste es verbindliche Verordnungen geben. Aber ehe man Abgaben einsammeln musste, musste man alle Stadtbewohner in einer Namensliste erfassen.


  • Die reiche und prunkvolle Stadt zog viel Neid auf sich. Der Herrscher über die Stadt musste sich überlegen, wie er Plünderungen und Kriege vermeiden kann. Durch Mauern schützte er seine Bewohner. Außerdem kam auch ein Heer aus Berufssoldaten zum Einsatz, dass die Stadtmauer verteidigte.


  • Für die vielen Aufgaben in der Stadt brauchte man verschiedene Qualifikationen. Je anspruchsvoller eine Aufgabe war, umso mehr Ansehen genoss ein Stadtbewohner. Über seine Arbeit und seine Qualifikation geriet man in eine bestimmte gesellschaftliche Klasse. Mit Schmuck und Kleidung zeigten die Stadtbewohner, welcher Klasse sie angehörten. Für jede Klasse gab es verschiedene Rechte. 


Auf jeden Fall war das Stadtleben war insgesamt viel komplizierter als das Leben einer kleinen Siedlung! 

Von der NATUR zur KULTUR zur HOCHKULTUR

NATUR: In der Altsteinzeit waren die Menschen noch sehr stark von der Natur abhängig. Im Winter litten sie fürchterlich unter der Kälte. Wenn das Wetter unerträglich wurde, mussten sie in wärmere Regionen weiterziehen. Außerdem ernährten sie sich von dem, was die Natur bereitstellte. Stellte die Natur keine Nahrung bereit, kam es zu schlimmen Hungersnöten.

KULTUR: In der Jungsteinzeit lernten die Menschen, sich die Natur nutzbar zu machen. Zum Beispiel bauten sie so viel Getreide an, dass es auch für kältere Zeiten reichte. Außerdem formten die Menschen aus Wildtieren zahme Nutztiere, mit denen sie in der Siedlung zusammen leben konnten. Wenn die Abhängigkeit von der Natur durch menschliches Schaffen immer geringer wird, dann spricht man von "Kultur".

HOCHKULTUR: In den ersten Städten wird nun der nächste Entwicklungsschritt gemacht. Es entstehen erste Glaubensrichtungen. Jede Stadt hatte bestimmte Götter. Alle Bewohner glaubten an diese Götter, beteten sie an und ehrten sie mit Ritualen und Festen.
Durch archäologische Funde wissen wir, dass in den ersten Städten auch Musikinstrumente gebaut wurden und dass die Menschen gemeinsam gemeinsam musizierten. Wände und Gebäude wurden kunstvoll verziert. Die ersten Sprachen entstanden. Experten gründeten Wissenschaften, um Beispiel die Mathematik und die Baukunst. Die größte Errungenschaft dieser Zeit war aber etwas Anderes. Im Vorderen Orient, im Fruchtbaren Halbmond zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, entwickelte sich vor ungefähr 4000 Jahren die erste Schrift.
Wenn die Menschen an Götter glauben, Kunstwerke schaffen, Wissenschaften gründen, sprechen und schreiben - dann sprechen wir von einer Hochkultur.

Aufgaben:

1. Lies alle Informationen auf dieser Seite gründlich.

2. Erstelle eine ABC-Liste mit allen festgedruckten Wörtern aus den Texten "Die ersten Städte" und "Von der NATUR zur KULTUR zur HOCHKULTUR". 

  • Du kannst diese Liste herunterladen, ausdrucken und ausfüllen oder eine eigene ABC-Liste erstellen. Lasse die Buchstaben X und Y weg. 
  • Bei vielen Buchstaben musst du mehrere Wörter eintragen. 
  • Hefte die fertige Liste in deinem Geschichtshefter ab. Sie gibt Aufschluss über alle Bestandteile der ersten Städte.


3. Du hast drei Entwicklungsphasen der Menschheit kennengelernt: Natur, Kultur und Hochkultur. Erkläre die Hochkultur: Was gibt es alles in der Hochkultur, was es vorher nicht gab?

Du kannst dir überhaupt nicht vorstellen, wie so eine Stadt im Zweistromland aussah? Auf der nächsten Seite wirst du die älteste Großstadt der Welt erkunden.