Charleston

Während der Zeit des Ersten Weltkrieges herrschte ein generelles Tanzverbot. Zum Jahreswechsel 1918/1919 wurde dieses Tanzverbot endlich aufgehoben. Zu Silvester „stürzte sich das Volk auf die lang entbehrte Lust. Noch nie ist in Berlin so viel so rasant getanzt worden“, meldete das Berliner Tagblatt am nächsten Tag.

 

Die Tanzbegeisterung hielt in den nächsten Jahren an. Beliebt waren amerikanische Swingtänze wie der Balboa und der Boogie Woogie. Doch der beliebteste Tanz war der Charleston! Das Charleston-Fieber begann in Amerika mit dem Jazz-Lied „The Charleston“. Aus einer Mischung verschiedener Tanzstile und inspiriert vom Jazz-Lied entstand dann der neuartige Tanzstil „Charleston“, der von Amerika aus die ganze Welt eroberte. Seinen Höhepunkt erreichte die Charleston-Welle 1926 und 1927. In dieser Zeit tanze die ganze Welt Charleston. 

 

„Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine, damit verbunden die nach außen und innen gedrehten Knie und Füße. Der Tänzer kann seinen Rücken beugen oder gar in Hockstellung gehen.“

 

Die Schwierigkeit des Charleston lag darin, die Arme und Beine unterschiedlich zu bewegen. 

 

 

 


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Josephine Baker

Eine amerikanische Tänzerin brachte den seltsamen, extrem schnellen Tanz nach Europa: Josephine Baker. Im Nelson-Theater auf dem Kurfürstendamm zeigte sie den Tanz 1926 zum ersten Mal und löste in Berlin einen Charleston-Hype aus. Der Tanz wurde zum Ausdruck der neuen Freiheit und Emanzipation der Frau, vielleicht weil er so seltsam und ungewöhnlich war.