Versailles - Ein neuer Herrschaftssitz
Paris war damals schon die Hauptstadt Frankreichs. Doch die Könige hielten sich nicht dauerhaft in Paris auf, sondern reisten immerzu quer durchs Land, um alle Geschehnisse im Land zu kontrollieren und auf Unruhen an den Landesgrenzen schnell reagieren zu können.
Ludwig XIV. wollte dieses Reisekönigtum nun beenden. Ihm schwebte ein dauerhafter Wohnsitz vor, der natürlich standesgemäß ausgestattet sein sollte. Die Hauptstadt Paris schien dem eigensinnigen König nicht geeignet als Wohnort, da es ihm dort zu hektisch zuging. Stattdessen entschied er sich, im 20 Kilometer von Paris entfernten Versailles einen Prachtbau errichten zu lassen. Die Schlossanlage sollte 2000 Zimmer umfassen. Das Herzstück sollte der "Spiegelsaal" sein, in dem der Sonnenkönig seine Gäste zu empfangen gedachte und viele Feste feiern wollte.
Die Bauarbeiten für "Schloss Versailles" begannen im Jahr 1631, dauerten 28 Jahre und wurden von 36000 Bauarbeitern ausgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 76 Milliarden Livres. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das Schloss übertraf an Architektur und Ausstattung alles bisher Dagewesene.
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Das Eingangstor zum Schloss
Natürlich gehört zum Schloss "Versailles" auch eine prächtige Gartenanlage. Diese zeigt Ludwigs Wunsch, alles, also auch die Natur, zu unterwerfen. Alle Alleen und Wasserstraßen verliefen gerade oder strahlenförmig Die Beete waren gleichmäßig und symmetrisch angeordnet und bepflanzt. Akkurat zurechtgeschnittene Hecken, Bäume und Sträucher säumten die Wegesränder. Unzählige Brunnen und Wasserspiele luden zum Verweilen ein.
Gemälde der Schlossanlage von Versailles (Pierre Patel, 1668)
Das höfische Leben
Ludwig der XIV. lebte keineswegs allein in der riesigen Schlossanlage. Er machte den Adligen ein tolles Angebot:
Er lud sie ein, ihre Besitztümer zu verlassen und mit ihm im Schloss und den zahlreichen Nebengebäuden zu leben. 20 000 Angehörige des Adelsstandes folgten seiner Einladung und genossen die Freuden des luxuriösen höfischen Lebens. Jeden Tag gab es große Feste, Jagdspiele, Konzerte und Theateraufführungen. Jeden Tag wurden üppige Speisen aufgetischt. Den Bewohnern von Versailles sollte es an nichts fehlen. Es versteht sich von selbst, dass der Adelsstand von jeglicher Steuerlast befreit war.
Außerdem verlieh Ludwig seinen „Mitbewohnern“ wohlklingende Amtstitel. Dahinter verbargen sich aber nutzlose Tätigkeiten und Scheinaufgaben. Keiner der Adligen durfte bei Fragen der Staatswirtschaft, der Verwaltung oder der Außenpolitik mitreden. Ludwig lebte nicht mit den Adligen zusammen, weil er ihnen vertraute, sondern weil er ihnen misstraute! Vor Ort konnte er sie am besten kontrollieren und durch das luxuriöse Leben am Hof kam kein Adliger auf die Idee, die Herrschaft des großzügigen Königs anzuzweifeln...
Aufgaben:
1.a) Das Schloss "Versailles" in Zahlen: Löse den Lückentext.
b) Schreibe dir wichtige Eigenschaften und Zahlen auf:
Dauer der Bauphase:
Entfernung von Paris:
Anzahl der beschäftigten Bauarbeiter:
Anzahl der Zimmer:
Baukosten:
Anzahl der Adligen:
2. Sammle Stichpunkte zur Ausstattung der Schlossanlage und der Gartenanlage.
3. Zusatz: Stell dir folgende - wenn auch unglaubwürdige - Situation vor: Fast 400 Jahre nach der Fertigstellung steht Schloss Versailles leer. Ein Immobilienbüro sucht einen Käufer für das Objekt. Verfasse für das Schloss einen Anzeigentext, der potentielle Käufer ansprechen soll. Nutze deine Notizen aus Aufgabe 2.
Gestalte ein kleines Werbeplakat, welches auch ein Foto des Schlosses enthält.