Ludwig der XIV.  

Der Sonnenkönig und seine Regierungsweise

Am Anfang des 17. Jahrhunderts regierte Ludwig der XIII. in Frankreich. Er verkörperte ein starkes Machtstreben und verweigerte die Zusammenarbeit mit den Generalständen. Er starb im Jahre 1643. Sein Sohn, der auch Ludwig hieß, war da gerade einmal 5 Jahre alt und damit viel zu jung, um die Aufgaben eines Königs zu übernehmen. 

Deshalb führte zunächst Ludwigs Mutter Anna von Österreich die Regierungsgeschäfte. 


Der berühmte Kardinal Mazarin stand ihr zur Seite. In den nächsten Jahren festigte Mazarin seine Rolle als wichtiger Berater der Königsfamilie. Als Ludwig mit 16 Jahren als „Ludwig der XIV.“ als König eingesetzt wurde, blieb Mazarin sein Berater und wurde dem jungen König zur wichtigsten Stütze. Doch im Jahr 1661, als Ludwig gerade einmal 23 Jahre alt war, starb Mazarin. Ludwig entschied sich, keinen neuen Berater einzusetzen, sondern die Regierungsgeschäfte von nun an ganz allein zu führen.


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„Der Staat bin ich!“

Auch wenn Ludwig der XIV. diesen berühmten Satz nie selbst gesagt hat und er ihm nur nachträglich in den Mund gelegt wurde, beschreibt er doch die Herrschaftsform des Königs. Wie schon sein Vater lehnte er jede Zusammenarbeit mit den Generalständen ab. Er allein wollte alle Macht in seinen Händen halten und wichtige Entscheidungen treffen. Als Symbol seiner Macht wählte Ludwig deshalb die Sonne. Das begründete er folgendermaßen:

"Als Sinnbild wählte ich die Sonne. Sie ist ohne Zweifel das lebendigste und schönste Sinnbild eines großen Fürsten, sowohl deshalb, weil sie einzig in ihrer Art ist, als auch durch den Glanz, der sie umgibt, durch das Licht, das sie den anderen Gestirnen spendet, die gleichsam ihren Hofstaat bilden, durch die gerechte Verteilung des Lichtes über die verschiedenen Himmelsgegenden der Welt, durch die Wohltaten, die sie überall spendet, durch ihre unaufhörliche Bewegung, bei der sie trotzdem stets in ständiger Ruhe zu schweben scheint, durch ihren unveränderlichen Lauf, von dem sie niemals abweicht."

Aufgabe 1

Untersuche das Zitat: Was Ludwig über die Sonne sagt, scheint er auch von sich selbst zu denken.
Welche Aussagen über sich selbst kann man aus dem Zitat herauslesen?

Aufgabe 2

Wie schaffte ein König es, alle Macht an sich zu reißen und von seinen Untertanen als Alleinherrscher akzeptiert zu werden? Durch geschicktes Repräsentieren und Zur-Schau-Stellen seiner Macht!

a) Betrachte das folgende Portrait (du kannst es anklicken, um es zu vergrößern). Es zeigt Ludwig den XIV. in seinem Krönungsornat. Beschreibe die Bildelemente so genau wie möglich. Schreibe Sätze. Gehe auf diese Aspekte ein:

  • Möbel und Raumdekoration (einfach / wertvoll),
  • Stoffe (schwer / leicht / billig / kostbar), Motive, Muster, Farben, Materialien (Innenbesatz),
  • Utensilien und Gegenstände,
  • Körperhaltung und Gesichtsausdruck des Königs (schüchtern / stolz / fröhlich / ernst),
  • Kleidung, Schuhwerk und Frisur.


b) Vergleiche das Auftreten Ludwigs des XIV. mit dem Auftreten heutiger Staatsoberhäupter: 
- Welche Kleidung ist heute üblich? 
- Welche Aussagen stecken im damaligen Bekleidungsstil und im heutigen Bekleidungsstil der Staatsoberhäupter?