Die Lebensbedingungen im Europa des 18. Jahrhunderts
Lebensweise: Vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert hatte es in der Lebensweise der Menschen kaum Veränderungen gegeben. In den wenigen Städten und Seehäfen florierte zwar der Handel, aber der Lebensalltag der meisten Menschen war von der Landwirtschaft bestimmt.
Denn der überwiegende Teil der Bevölkerung Europas lebte auf dem Land. Die Bauern erwirtschafteten auf ihrem Hof und auf ihren Feldern ihren Eigenbedarf. Außerdem mussten sie dem Grundherrn, dem das Land gehörte, Ernteerträge abgeben oder Frondienste leisten – genau wie im Mittelalter. Das Leben auf dem Land war hart und voller Entbehrungen. Oft brachen Krankheiten aus. Wenn die Ernte sehr gering ausfiel, mussten die Menschen im Winter hungern. Zur Linderung der Not wurden dann Tiere geschlachtet.
Arbeitsweise: Die Anbaumethoden der Bauern hatten sich seit Jahrhunderten nicht verändert. Nach wie vor wurde Dreifelderwirtschaft betrieben. Die Felder wurden von Hand bestellt oder mit der Hilfe von Ochsen und Pferden. Denn im 18. Jahrhundert gab es nur natürliche Energiequellen: Muskel-, Wind- und Wasserkraft. Es gab viele Wind- und Wassermühlen, mit denen man Korn malen, Land trockenlegen oder Bretter sägen konnte. Pflüge und Wagen wurden von Pferden, Ochsen oder Eseln gezogen.
Die täglichen Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge wurden von Schmieden, Tischlern, Wagenbauern oder anderen Handwerkern hergestellt. Jedoch konnte man nur bekommen, was im eigenen Umkreis hergestellt wurde.
Zu den wichtigsten Gewerben zählte die Stoffherstellung. Weber und Spinner arbeiteten in eigenen Werkstätten. Es gab erst wenige Stoff-Manufakturen. Weil überall Werkzeuge gebraucht wurden, stieg der Bedarf an Eisen. Aber man kannte noch keine Verfahren, mit denen man ausreichend Hitze zur Eisenherstellung entwickeln konnte. Deshalb konnte der steigende Bedarf an Eisen nicht gedeckt werden.
Trotzdem verbesserten sich nach und nach die Lebensbedingungen in der Bevölkerung. Aufgrund günstiger Wetterverhältnisse fielen die Ernten immer besser aus. Auch die Anbaumethoden wurden schrittweise verbessert. Dadurch ging die Sterblichkeit der Landbevölkerung immer weiter zurück – es wurden mehr Menschen geboren, als starben. England erlebte zum Beispiel zum Ende des 18. Jahrhunderts eine wahre „Bevölkerungsexplosion“.
Aufgaben zur Ausgangssituation:
1. Wie lebten die Menschen im 18. Jahrhundert? Notiere Stichpunkte.
2. Wie wurde in der Landwirtschaft gearbeitet und welche Energiequellen gab es?