Die Schlacht bei Austerlitz

Napoleon gegen Österreich

Die Vorgeschichte

Der siegreiche Feldzug in Italien hatte Napoleon dazu veranlasst, sich zum König über Italien ausrufen zu lassen. Mit dem fulminanten Sieg und dem Griff nach der Königskrone verunsicherte Napoleon die Machthaber der anderen europäischen Großmächte.
Großbritannien, Russland und Österreich beschließen gemeinsam, Napoleon seine Grenzen aufzuzeigen.

Die Maßnahmen: Großbritannien, Russland und Österreich besetzen gemeinsam die Niederlande. Dieses Land war eine „Tochterrepublik“ Frankreichs. Auch die Schweiz, die unter dem "Schutz" Napoleons steht, wird besetzt. Die Besetzungen sollen Napoleon einschüchtern und ihn zu Zurückhaltung bewegen.

Die Kriegserklärung: Doch das Gegenteil ist der Fall. Napoleon reagiert empört auf die Besetzungen. Er erklärt, dass er gegen Russland und Österreich einen Feldzug beginnen werde.

Die Schlacht

Auf dem Weg zur eigentlichen Schlacht starten die Franzosen in der Nähe von Ulm eine Blitzkampagne gegen die Österreicher. Dabei siegen die Franzosen haushoch. Nach dieser Blitzkampagne zieht Napoleon in Wien ein – ohne dass auch nur jemand versucht, ihn daran zu hindern. Dieser Einzug in Wien dient der Demütigung des österreichischen Kaisers. Doch auch strategisch ist die Einnahme Wiens für Bedeutung: Napoleon kann nun die Versorgung seiner Soldaten an Ort und Stelle koordinieren. Denn die eigentliche Schlacht steht ja noch bevor....

Diese soll am 2. Dezember 1805 in Österreich stattfinden. Der genaue Austragungsort ist der Pratzeberg in der Nähe von Austerlitz und Brünn. Napoleon weiß, dass er in dieser Schlacht sehr schnell vorgehen muss. Er plant, die Armeen der einzelnen Großmächte nacheinander anzugreifen und einzeln zu schlagen. Napoleon weiß: gegen die geballte Kampfkraft der Österreicher, Russen und Preußen würde er es schwer haben.

Das Ende

Napoleons Pläne gehen auf. Er schafft es, die russischen und die österreichischen Truppen voneinander zu trennen, einzeln anzugreifen und zu schlagen. Er gewinnt die Schlacht von Austerlitz, bevor die Verstärkung aus Preußen überhaupt am Schlachtort ankommt.
Der Rückzug der Verlierer erfolgt nicht geordnet, sondern wird eher als panische Flucht vor den überlegenen Feinden. .
Dabei müssen zugefrorene Teiche überquert werden. Die Franzosen beschießen die Teiche, so dass die Eisdecke bricht und viele Soldaten ertrinken.

Das Erfolgsrezept

Napoleon siegt durch Schnelligkeit und gute taktische Entscheidungen. Ihm kommt zugute, dass sich seine Feinde untereinander nicht gut absprechen. Oftmals stehen ihnen eigene Meinungsverschiedenheiten und Querelen im Weg. Nach der Schlacht zieht Napoleon auch in Austerlitz ein und demonstriert so seine Macht in Mitteleuropa.

"Drei-Kaiser-Schlacht"

Weil der selbsternannte Kaiser von Frankreich (Napoleon), der österreichische Kaiser Franz I. und der russische Zar Alexander beteiligt waren, wird die Schlacht als „Drei-Kaiser-Schlacht“ bezeichnet. Jedoch war nur Napoleon ins Schlachtgeschehen einbezogen, die beiden anderen Kaiser beschränkten sich darauf, Hauptquartiere in der Nähe der Schlachtorte zu beziehen.

 

Die Folgen

  • Frankreich erhält die Gebiete Venedig, Istrien und Dalmatien. 
  • Die russischen Armeen müssen aus Europa abziehen. 
  • Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird eingeleitet. 
  • Napoleon treibt die Gründung des Rheinbundes voran.

Aufgabe:

Beantworte die Fragen schriftlich in Stichpunkten.

1. a) Was war der Auslöser von Napoleons Streit mit Österreich, Preußen und Russland?
    b) Mit welchen zwei Maßnahmen provozierte das europäische Bündnis Napoleon?

2. Napoleons erste "Blitzkampagne": Wann fand sie statt, wo fand sie statt und was war das Ergebnis der Blitzkampagne?

3. Schildere den Verlauf, Ausgang und die Folgen der Schlacht von Austerlitz.

4. Lies "Napoleons Worte an seine Soldaten nach der gewonnenen Schlacht":
a) Welche Haltung zeigt Napoleon gegenüber seinen Soldaten (Respektlos oder respektvoll?  / Unfreundlich oder freundlich? Undankbar oder dankbar?)
b) Spekuliere: Wie könnte sich Napoleons Haltung gegenüber seinen Soldaten auf deren Verhalten in zukünftigen Schlachten auswirken?

Soldaten, ich bin mit Euch zufrieden.

Ihr habt während des Tags bei Austerlitz alles bewiesen, was ich von eurer Unerschrockenheit erwartete; ihr habt Eure Adler mit unsterblichem Ruhm bedeckt. Eine Armee von 100.000 Mann, befehligt von den Kaisern von Russland und Österreich, ist in weniger als vier Stunden aufgerieben und zerstreut worden. Wer euren Klingen entkam, ertrank in den Seen. Vierzig Fahnen, die Standarten der russischen Leibgarde, 120 Kanonen, zwanzig Generäle und mehr als 30.000 Kriegsgefangene sind die Ausbeute dieses auf immer berühmten Tages. Ihre so gerühmte Infanterie hat trotz ihrer Überzahl eurem Ansturm nicht standhalten können, und von nun an habt Ihr keine Gegner mehr zu fürchten. So wurde in zwei Monaten die dritte Koalition besiegt und aufgelöst. Der Frieden kann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Aber wie ich es schon meinem Volk vor der Überschreitung des Rheins versprochen habe, werde ich nur einen Frieden schließen, der uns Garantien gibt und unseren Alliierten Entschädigungen zusichert.

Soldaten, als das französische Volk mir die kaiserliche Krone auf das Haupt setzte, habe ich auf Euch vertraut, um sie auf immer in jenem leuchtenden Ruhm zu halten, welcher in meinen Augen allein ihren Wert ausmacht. Aber im selben Augenblick dachten unsere Feinde daran, sie zu zerstören und sie zu entehren! Und diese Eisenkrone, erobert mit dem Blut so vieler Franzosen, wollten sie mich zwingen, sie einem unserer grausamsten Feinde aufzusetzen! Tollkühne Projekte, welche Ihr am Jahrestag der Krönung Eures Kaisers vernichtet und zerstört habt! Ihr habt sie gelehrt, dass es viel leichter ist, uns zu trotzen und bedrohen denn uns zu besiegen.

Soldaten, sobald alles für das Schicksal und den Wohlstand unserer Heimat Notwendige getan sein wird, werde ich Euch nach Frankreich zurückführen. Dort werdet ihr zum Objekt meiner zärtlichsten Fürsorge werden. Mein Volk wird Euch mit Freude wiedersehen, und es wird genügen zu sagen: Ich war bei der Schlacht von Austerlitz, damit man antwortet: Siehe da, ein tapferer Mann