Das Alltagsleben der Römer

1. Die Schule

Gab es im alten Rom eine Schulpflicht?

Eine Schulpflicht, wie wir sie heute haben, gab es im römischen Reich nicht. Allerdings ließen viele Eltern ihre Kinder in Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichten.           

Ab wann gingen die Kinder in die Schule?

Ab dem siebten Lebensjahr lernten die Kinder im alten Rom. Die Plebejerkinder gingen meist in eine Elementarschule. Dort fand der Unterricht in einfachen, kleinen Räumen zwischen den Läden einer Geschäftsstraße oder unter freiem Himmel statt. Im schlimmsten Fall wurde der Unterricht einfach am Straßenrand abgehalten.                         

Wer konnte Lehrer werden?

Die Lehrer waren unterschiedlich gut ausgebildet. Es gab keine festgelegten Anforderungen, eigentlich konnte jeder Lehrer werden. Wie gut oder schlecht der Unterricht war, hing vom Geldbeutel der Eltern ab, denn gute Lehrer waren sehr teuer. 

Wie war der Unterricht?

Der Unterricht war oft eintönig: Die Schüler saßen auf Hockern um den Lehrer herum und wiederholten seine Worte so lange, bis sie sie auswendig konnten. Bei diesem Unterricht ermüdeten die Schüler natürlich sehr schnell und langweilten sich schrecklich. Wurde es unruhig, griff der Lehrer zur Rute und verprügelte den Unruhestifter.

Wann begann der Unterricht?

Der Unterricht begann sehr früh am Morgen, als es noch dunkel war. Der Unterrichtsraum musste deshalb mit Öllämpchen beleuchtet werden. 

Wie war der Unterricht der Patrizierkinder?

Die Kinder der reichen Plebejer und der Patrizier wurden von Privatlehrern unterrichtet, natürlich unter angenehmeren Bedingungen. 

Mit welchem Alter war die Schulbildung vorbei?

Für alle Mädchen und für die armen Jungen war mit 12 Jahren die Schulzeit vorbei. Söhne aus armen Plebejer-Familien mussten nun anfangen, zu arbeiten. Die Mädchen, ob arm oder reich, galten mit 12 Jahren als heiratsfähig und halfen, bis sie tatsächlich geheitatet wurden, ihren Müttern im Haushalt.
Nur Patrizier-Söhne hatten die Möglichkeit, weiter in die Schule zu gehen. Zunächst lernten sie auf der Grammatikschule die griechische und römische Kultur kennen. Außerdem beschäftigten sie sich mit Geometrie und Astronomie. 

Nach der Grammatikschule wartete auf die Kinder der römischen Oberschicht noch eine besondere Schule, in der sie lernten, gute Reden zu halten. Denn um ein erfolgreicher Politiker zu werden, war es wichtig, klar, deutlich und überzeugend zu sprechen. Die Kunst des Sprechens nennt man Rhetorik. Und die besonderen Schulen, wo man das Sprechen lernte, hießen Rhetorikschulen.

Aufgabe 1:

Lies dir die folgenden Aussagen über die römische Schule durch. Manche Aussagen stimmen, manche nicht. Notiere die Buchstaben der richtigen Aussagen im Römerheft. Sie ergeben das Lösungswort.

(A) Im römischen Reich gab es für alle Kinder eine Schulpflicht.
(S) Ab dem 12. Lebensjahr lernten die Kinder in einer Elementarschule.
(S) In einer Elementarschule lernte man Lesen, Schreiben und Rechnen.
(C) Nur reiche Eltern konnten sich einen Privatlehrer leisten.
(G) Nur Mädchen durften die Rhetorikschulen besuchen.
(H) Lehrer durften die Kinder verprügeln, die nicht gehorchten.
(M) Der Unterricht in den Elementarschulen war abwechslungsreich und interessant.
(B) Elementarschullehrer hatten eine gute Ausbildung.
(U) Der Unterricht begann so früh, dass die Räume mit Öllampen beleuchtet wurden.
(L) Nur die Kinder reicher Römer konnten die Grammatik- und die Rhetorikschule besuchen.
(I) In einer Rhetorikschule lernte man Rechnen.
(T) Der Elementarschul-Unterricht fand in extra erbauten Schulgebäuden statt.
(P) Auch Geografie- und Chemieunterricht gehörte zur Ausbildung der reichen Kinder.
(E) Rhetorik ist die Kunst, gut reden zu können.


Aufgabe 2:

siehe Römerheft Seite 16