Das Alltagsleben der Römer

3. Die Kleidung



Nach welchen Regeln kleideten sich die Römer? Ihre Bauwerke und die Gestaltung ihrer Städte lassen darauf schließen, dass sie einen ausgeprägten Sinn für Schönes hatten. Wir können vermuten, dass sich die Römer nicht einfach zweckorientiert kleideten, sondern modisch und elegant.
Allerdings gab es auch strenge Kleidungsvorschriften, denn Kleidung war Standestracht: Was ein Römer anhatte, verriet seine Stellung in der Gesellschaft. 

Doch einige typische Merkmale galten für die Kleidung aller Römer:

  • Die Kleidung war sehr lang, weit und luftig.
  • Meist wurden mehrere Lagen übereinander getragen.
  • Helle Farben wurden bevorzugt.


Hier die wichtigsten Kleidungsstücke:

Tunika

Das wichtigste Kleidungsstück der Römer war die  Tunika. Das war ein einfaches, ärmelloses Gewand, das mit einem Gürtel oder einer Kordel zusammengehalten wurde.
Auch wenn uns die Tunika heute an ein Kleid erinnert, wurde sie von Frauen und Männern getragen.
Sie wurde aus Wolle oder Leinenstoff hergestellt. Reichere Römer trugen oft eine Tunika aus Seide.
Bei den Männern reichte sie bis unter die Knie, bei Frauen bis zu den Knöcheln.
Die Tunika war das Untergewand und damit gleichzeitig die Unterwäsche.
Handwerker und Sklaven trugen oft eine Tunika, die nur über einer Schulter zusammengenäht war. So konnten sie sich bei körperlich harter Arbeit besser bewegen.

Die Paenula

Ging man aus dem Haus, trugen Frauen und Männer über der Tunika eine Paenula. Das war ein Umhang mit Kapuze, der vor Kälte, Regen und Wind schützen sollte. Dieser Umhang wurde aus Filz, Wolle oder Leder geschneidert und reichte bis zu den Waden oder bis zu den Knöcheln.
Beim einfachen Volk war die Paenula sehr beliebt und wurde täglich genutzt. 
Vornehme Römer trugen sie nur auf Reisen.

Die Toga

Die Toga war das Gewand der römischen Bürger. Sklaven und Nichtrömern war es untersagt, dieses Kleidungsstück zu tragen.
Die Toga wurde über der Tunika getragen. Sie bestand aus einem rechteckigen Stück Stoff, das über die linke  Schulter geworfen und unter dem rechten Arm durchgezogen wurde. Erwachsene Männer trugen eine Toga aus weißer Wolle. Die Toga der hohen Beamten und Senatoren war durch einen Purpurstreifen gekennzeichnet. Mädchen durften bis zu ihrer Heirat ebenfalls eine Toga tragen.

Stola und Palla

Die Stola: Die Stola war ein knöchellanges Gewand, dass über der Tunika getragen wurde. Demzufolge saß die Stola weiterer und lockerer als die Tunika.
Die Stola wurde mit einem Gürtel zusammengehalten. Ähnlich wie die Toga wurde auch die Stola über die Schulter geschlungen und in Falten gelegt. Nur die verheirateten Frauen reicher Römer durften eine Stola tragen. Meist wurde sie aus weißer Wolle gefertigt. und rötlich eingefärbt.

Die Palla: Über der Stola wurde eine Palla getragen. Die Palla war ein rechteckiges Stück Stoff, das über die Schultern gelegt wurde. Auch  Kopf und Gesicht konnten damit verhüllt werden.

Aufgaben


Aufgabe 1

Löse das Lernspiel.


Aufgabe 2

Beschrifte die Kleidungsstücke im Römerheft auf Seite 18.


Aufgabe 3

Wenn man heute Angehörige von Wüstenvölkern, zum Beispiel den Beduinen oder den Tuareg, sieht, dann erinnert ihre Bekleidung doch sehr an die Bekleidung der alten Römer.

Warum werden in den Wüstenvölkern römer-ähnliche Gewänder getragen? Nenne die Vorteile dieser Kleidung (Seite 18).