FORSCHUNGSRAUM

MORDKOMMISSION

Herzlich willkommen in der Mordkommission. Hier beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie ist Ötzi gestorben? Eines können wir schon verraten: Wir sprechen vom ältesten Kriminalfall der Geschichte... Es wird also ganz schon düster. Der Leiter unserer Forschungsgruppe ist Kommissar Täterschreck. Fragen wir ihn, was über Ötzi Todesumstände schon alles bekannt ist...

Reporter: Herr Kommissar Täterschreck, sie forschen schon seit vielen Jahren an den Todesumständen von Ötzi.

Kommissar Täterschreck: Ja, das stimmt. Eine sehr spannende Aufgabe!

Reporter: Und - woran ist Ötzi gestorben?

Kommissar Täterschreck: An einem Pfeilschuss. Ötzi wurde mit Pfeil und Bogen angeschossen.

Reporter: Oben im Hochgebirge? Dann gab es dort oben eine Begegnung mit einem Feind?

Kommissar Täterschreck: Ja, davon müssen wir ausgehen.

Reporter: An welcher Körperstelle wurde Ötzi mit dem Pfeil getroffen?

Kommissar Täterschreck: An der linken Schulter. Bei Röntgenaufnahmen haben wir in der linken Schulter die Pfeilspitze entdeckt.

Reporter: Ist dabei ein wichtiges Organ verletzt worden?

Kommissar Täterschreck: Nein, der Pfeil blieb kurz vor der Lunge stecken.

Reporter: Aber wenn die Lunge nicht verletzt wurde, woran ist Ötzi dann gestorben?

Kommissar Täterschreck: Ötzi starb wahrscheinlich, weil er den Pfeil aus der Schulter herausgezogen hat. Dabei hat er viel Blut verloren.

Reporter: Also ist er verblutet. Und wer hat Ötzi denn angeschossen? Ein Räuber?

Kommissar Täterschreck: Das glauben wir nicht. Wenn es ein Räuber gewesen wäre, hätte er doch das wertvolle Kupferbeil mitgenommen.

Reporter: Dann war es also kein Räuber. Wer war es dann?

Kommissar Täterschreck: Es war wahrscheinlich ein Feind aus Ötzi Dorf. Der Feind hat Ötzi bis ins Hochgebirge verfolgt.

Reporter: Aber warum soll Ötzi denn einen Feind gehabt haben?

Kommissar Täterschreck: Nun ja, wir gehen ja davon aus, dass er ein Anführer war. Und ein Anführer hat immer Feinde...

Reporter: Ah, dann wollte vielleicht ein anderer der Anführer sein. Und der wollte Ötzi aus dem Weg räumen.

Kommissar Täterschreck: Ganz schön gemein! Wusste Ötzi, dass er einen Feind hat und in Gefahr ist?

Kommissar Täterschreck: Ja, wahrscheinlich. Das verrät uns sein Gepäck.

Reporter: Das verstehe ich nicht!

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Kommissar Täterschreck: Wenn man in Gefahr ist und fliehen muss, nimmt man schnell alles mit, was man tragen kann. Auch Dinge, die noch gar nicht zu gebrauchen sind.

Reporter: Wie die Pfeile ohne Spitzen und den Bogen ohne Sehne?

Kommissar Täterschreck:  Genau! Pfeile und Bogen hat Ötzi mitgenommen, um sie an einem neuen Ort fertigzustellen.

Reporter: Verstehe. Wer nur einen Ausflug ins Hochgebirge macht, nimmt keine schweren, unbrauchbaren Dinge mit.

Kommissar Täterschreck: So ist es. Ötzi war eindeutig auf der Flucht und auf der Suche nach einem neuen Ort zum Leben.

Reporter: Aber seinem Feind reichte es nicht, Ötzi zu vertreiben. Er hat ihn verfolgt, um ihn zu töten. Warum hat er Ötzi so doll gehasst?

Kommissar Täterschreck: Vielleicht wurde er gehasst, weil er ein böser und strenger Anführer war. Aber leider werden wir das nie genau erfahren...

Reporter: Schade. Was mich noch interessiert: Wie genau sah der Todeskampf aus? Ötzi hatte ja viele Verletzungen, zum Beispiel am Hinterkopf und am Auge.

Kommissar Täterschreck: Zu den Einzelheiten befragen sie lieber die Kollegen in der Obduktion. Die haben den Tathergang anhand der Verletzungen ganz genau nachgestellt...