Die alten Ägypter glaubten, dass sie drei Seelen hätten. Eine nannten sie Ba, die anderen Ka und Ach. Die spannendste war Ba – sie war nämlich ziemlich unternehmungslustig. Wenn ein Mensch starb, flatterte die Seele Ba als Vogel aus dem Körper. Sie kam aber später dorthin zurück und holte den toten Körper ins Jenseits, wo er weiterlebte.
Pharaonen hatten es besonders gut: Sie durften nach dem Tod beim Sonnengott leben. Das jedenfalls glaubten die alten Ägypter.         

Damit die tote Seele Ba im Jenseits in ihren Körper zurückkehren kann, musste sie ihn im Grab wiedererkennen.  Deshalb musste ein toter Körper gut erhalten werden. Der Körper musste vor dem natürlichen Verfall bewahrt werden. Dafür entwickelten die Ägypter ein geniales Verfahren - die Mumifizierung...

Die Mumifizierung eines Pharaos


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Nachdem der Pharao gestorben war, wurde sein Körper nach wenigen Tagen aufgeschnitten. 

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Einige Organe (z.B. Lunge, Leber, Magen und Darm) wurden aus dem Körper genommen. 


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Die vier Organe wurden in besonderen Gefäßen aufbewahrt, den Kanopen. Jede einzelne Kanope wurde dann von einem Schutzgott bewacht.   


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Das Gehirn zogen die Spezialisten mit einem Metallstab aus der Nase und warfen es weg, weil sie es für unnütz hielten. Nur das Herz blieb im Körper.                   

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Waren alle Organe entfernt, wurde der Körper wieder zugenäht und mit Salz bedeckt. Dadurch wurde ihm sein Wasser entzogen. 40 Tage blieb der Leichnam so liegen, bis er ganz vertrocknet war. Dann wurde er wieder schön hergerichtet: Zuerst wurde er mit Sägemehl ausgestopft, um ihn in Form zu bringen. Dann wurde der Körper mit Öl geschmeidig gemacht und mit Harz überzogen, damit er schön glänzte. Dann schloss man dem Pharao die Augenlider. 

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Anschließend wurde der tote Körper von Kopf bis Fuß in Seidenbinden eingewickelt. Zwischen die einzelnen Lagen wurden Schriftrollen und magische Amulette gestopft. Diese Dinge sollten den Toten im Jenseits beschützen.

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Nach weiteren 70 Tagen wurde dem eingewickelten Pharao noch eine prächtige Totenmaske aufgesetzt. 

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Mit einem magischen Werkzeug wurde dem Pharao der Mund geöffnet,  damit er im Totenreich sprechen konnte.

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Fertig eingewickelt, mit einer Totenmaske auf dem Kopf und mit geöffnetem Mund wurde der Pharao    in seinen Sarg gelegt. 

Einen so aufbereiteten toten Körper nennt man Mumie. Der Vorgang heißt Mumifizierung. Durch die Mumifizierung konnte ein Toter Tausende Jahre erhalten bleiben. Bis heute werden Pharaonengräber gefunden. Die Toten darin sind meistens so gut erhalten, dass man heute noch herausfinden kann, um welchen Pharao es sich handelt.

Das Totengericht

Nachdem der Körper eines Pharao auf diese Weise konserviert wurde, konnte seine Seele, die aus dem toten Körper herausgeflogen war, vor das Totengericht treten. Dort mussten sie sich für ihr bisheriges Leben verantworten. Im Totengericht wurde entschieden, wer ins Jenseits übertreten durfte und wer nicht. Im Jenseits konnte man ewig weiterleben, war aber von aller Arbeit befreit.

Hier siehst du Abbildungen vom "Totengericht". Archäologen fanden sie an den Wänden von Grabkammern und auf Schriftrollen.





Sieh dir zuerst die Bilder an. Was sind deine ersten Vermutungen?

  • Welche Götter sind am Totengericht beteiligt? 
  • Was wird gezeigt?

Hier eine vereinfachte Zeichnung des Totengerichts:

Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass drei Phasen oder Handlungen gezeigt werden:

Zuerst bringt Anubis den Toten (bzw. die Seele eines Toten) zum Totengericht. 


Nun wird das Herz des Toten gewogen. Es darf nicht schwerer sein als eine Feder. Ist es schwerer als eine Feder, hat der Tote kein gutes Leben geführt und darf nicht ins Jenseits übertreten...
Thot, der Schreiber, notiert das Gewicht des Herzens.

Nach dem Wiegen des Herzens
führt Horus den Toten zum Gott Osiris. Dieser entscheidet, wie es mit dem Toten weitergeht.

Verlief das Totengericht erfolgreich, wurden Körper und Seele wieder zusammengeführt. Der Seelenvogel Ba führte den Körper ins Jenseits. Dort kommt es zu einer "Wiedervereinigung" zwischen Seele und Körper. Der Pharao bekommt einen magischen Ring, der Schutz und Ewigkeit verleiht.

Aufgaben:

Aufgabe 1: Der Hohepriester Amenophis war viele Jahre lang der beste Mumifizierer im alten Ägypten. Egal, ob ein Pharao, ein Angehöriger der Pharaonenfamilie, ein hoher Beamter oder Wesir - Amenophis hat alle eingewickelt! Keiner konnte so die Toten so schön herrichten wie er. Doch nun ist er alt und gebrechlich. Ein Nachfolger muss gefunden werden. Der Pharao bittet Amenophis, für den Nachfolger eine Anleitung zu schreiben.
Amenophis hat alle Arbeitsschritte aufgezeichnet, hat aber keine Lust zu schreiben. Deshalb musst du das für ihn erledigen. Schreibe auf Seite 22 und 23 deines Ägypten-Heftes, was zu jedem Bild, was getan werden muss.
Nutze dafür die Informationen auf dieser Seite. Beschreibe alle Arbeitsschritte so genau, dass nichts schiefgehen kann.

Schreibe in der Du-Form:
Zuerst musst du den Pharao mit einem scharfen Messer aufschneiden. ...


Aufgabe 2: Löse die Seite 24 im Heft über das Totengericht.