Die Völker, die Kolumbus in Mittelamerika vorfand, nannte er „Indianer“ oder „Indios“. Das geht auf seinen Irrtum zurück, er befände sich in der Nähe Indiens. Auch als längst klar war, dass die „Indianer“ überhaupt nicht in Indien lebten, wurde die Bezeichnung beibehalten. Bis heute heißen amerikanische Ureinwohner „Indianer“… 

 

Am Beispiel der Azteken, der Inka und der Maya wird nun gezeigt, wie die Urvölker auf amerikanischem Gebiet lebten.

Dort, wo sich heute die Millionenstadt Mexico City erstreckt,  lag vor 500 Jahren Tenochtitlan. Das war die prächtige Hauptstadt des Aztekenreiches.



Die Stadt lag auf einer Insel in der Mitte eines Sees. Über vier Brücken war sie mit dem Festland verbunden.

Die Azteken gründeten die Stadt Tenochtitlan schon 1325. Sie waren ein mächtiges und kriegerisches Volk. Sie eroberten viele Gebiete im Umland. Ihre Reich erstreckte sich bald vom Atlantik bis zum Pazifik.

Alles wurde von einem König beherrscht, dessen Palast in Tenochtitlan stand.

Das Leben der Azteken

Die meisten Azteken lebten als Bauern auf dem Land. In den Städten lebten

·      Adlige,

·      Priester,

·      Kaufleute,

·      Handwerker,

·      Baumeister und

·      Künstler.

Die Baumeister schufen prächtige Tempelpyramiden, die Künstler gestalteten tolle Schmuckstücke aus Gold und Edelsteinen. Federkünstler nutzten Papageienfedern zur Herstellung von Schmuckstücken. Sehr begehrt waren bei den Azteken auch Luxuswaren, zum Beispiel Felle. All das wurde auf den Märkten von Händlern verkauft.

Im Stadtzentrum Tenochtitlans befand sich ein großer, gepflasterter Platz. Dort fand man 

 

·      den Tempelbezirk,

·      die Paläste der Priester und

·      das Schloss des Königs Moctezuma

Im Schloss des Königs gab es unzählig viele Räume. Darin wohnten viele andere Könige von Indio-Stämmen, die mit den Azteken verbunden waren. Im Erdgeschoss des Schlosses gab es auch Gerichtssäle und Lagerräume. Darin wurden die Abgaben unterworfener Indiostämme aufbewahrt: 

 

·      Nahrungsmittel, 

·      Baumwolle, 

·      Waffen,

·      Juwelen und

·      Gold.


Die Azteken lebten dauerhaft im Krieg. Denn das Leben im Aztekenreich war sehr kostspielig. Städte mussten versorgt werden, neue Tempel und Paläste sollten gebaut werden. Dafür brauchten die Azteken-Herrscher immer mehr Abgaben. Um die zu bekommen, mussten immer mehr Stämme unterworfen werden.

 



Menschenopfer

Aber die Kriegszüge hatten noch einen anderen Zweck. Man konnte Leute gefangen nehmen. Diese Gefangenen wurden den Göttern als Opfer gebracht. Der wichtigste Gott der Azteken war der Sonnengott. Er brachte Licht und Wärme – die beiden wichtigsten Voraussetzung allen Lebens.

Die Azteken glaubten, dass der Sonnengott für seinen Tageslauf seine ganze Energie verbrauchen würde. Um am nächsten Tag wieder Sonnenenergie geben zu können, brauche er nach seinem Tageslauf Nahrung – in Form von Menschenblut und Menschenherzen. 

 

Also mussten die Azteken ihrem Sonnengott fortwährend Menschenopfer bringen, um überleben zu können. Ohne Menschenopfer käme die Sonne zum Stillstand und die Welt würde untergehen.

Deshalb wurden fortwährend tausende Menschen geopfert. Es kam vor, dass bei einem Opferfest vor den Tempeln 70 000 Menschen getötet wurden – um den höchsten Gott zu ehren.

König Moctezuma

Moctezuma herrschte im Jahr 1519 schon 18 Jahre lang über das Aztekenreich. Er war sehr reich. Niemals trug er ein Gewand zweimal. Zu jeder Mahlzeit wurden ihm 30 Gerichte serviert.

Nun, im Jahr 1519, stand den Azteken ein besonderes Ereignis bevor. Ein ehemaliger Aztekenherrscher schon vor vielen Jahrhunderten zum Gott aufgestiegen und sollte nun zurückkehren,  um sein Reich wieder in Besitz zu nehmen. Der Aztekengott würde Frieden bringen. 

Auch die Menschenopfer sollten ein Ende haben, wenn der Gott endlich zurückkehrte. Den Erzählungen nach sollte der Gott eine helle Gesichtsfarbe haben und einen langen Bart tragen.



Die Ankunft der weißen Götter

Gleichzeitig passierte an der Küste etwas Merkwürdiges. Azteken beobachteten, wie weißhäutige Fremde auf großen Schiffen ankamen. In eiserne Rüstungen gehüllt gingen die merkwürdigen Gestalten an Land. Auf Pferden beritten versetzten sie die Beobachter in Angst und Schrecken.

 

Hernán Cortéz

Anführer der Gruppe war ein gewisser Hernán Cortéz, ein verarmter Adliger. Er hatte von den unermesslichen Goldschätzen der Azteken gehört und war mit seinem Gefolge auf dem Weg, diese Goldschätze der Azteken zu plündern.

Auf dem Weg in die Hauptstadt begegnete er vielen Angehörigen der Stämme, die von den Azteken unterdrückt wurden. Sie fassten Vertrauen zu Cortéz und seinen Leuten. Weil sie von den Azteken unterdrückt wurden, schlugen sie sich auf die Seite der Europäer, zogen gemeinsam mit ihnen zum Königspalast, um Rache an Moctezuma zu nehmen.

 



Das Aufeinandertreffen

König Moctezuma hatte von der merkwürdigen Invasion gehört. Sie bestand aus 500 Soldaten. Außerdem hatten sich Einheimische als Lastträger angeschlossen. Einige hatten sich Cortez als Übersetzer angeboten.

 

Der Aztekenkönig beobachtete das Geschehen und war sich sicher, dass Cortez die erwartete Gottheit sein müsste. Er entschied sich, den „Gott“ und sein Gefolge in seinem Palast zu empfangen – und zwar mit einem prächtigen Fest. Moctezuma übergab kostbare Geschenke: goldene Helme und Masken, Edelsteine und Schmuck. 

 

Eine zeitgenössische mexikanische Bilderhandschrift zeigt, wie Moctezuma Cortéz empfängt.

Einmal in den Palast gelassen, mussten die Azteken schnell einsehen, dass die Gäste keine  Götter waren, sondern gierige Plünderer. Mit den wertvollen Geschenken stachelten die Azteken die Gier der Europäer nur noch mehr an. Nach der Übergabe der Geschenke durchwühlten Cortez Leute jeden  Winkel in den Palästen und Tempeln nach Schätzen und raubten alles, was ihnen unter die Finger kam…

Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn Sie an das glauben, was Sie tun, können Sie Großes erreichen. Das ist der Grund, warum Ihnen bei der Erreichung Ihres Zieles helfen möchten.



Der Machtkampf

Doch das war längst nicht alles. Nun nahmen die Eindringlinge Moctezuma gefangen. Sie verlangten noch mehr Gold und Schätze und die Zerstörung der aztekischen Götterbilder. Die Bewohner der Stadt wollten sich das nicht gefallen lassen. Sie organisierten einen Aufstand und wollten die Europäer vertreiben. 

Cortéz verlangte von Moctezuma, dass er sein Volk beruhigen sollte. Moctezuma kletterte auf die Palastmauer und bat sein Volk, gehorsam zu sein. Die aufgebrachten Azteken töteten ihren Herrscher mit Steinen und Speeren.

Nun hatte das Aztekenreich keinen Herrscher mehr. Die Spanier übernahmen die Macht. Sie richteten noch mehr Bluttaten an. Schon bald wehrten sich die Azteken und schafften es endlich, die Spanier einzuschüchtern und zu vertreiben. Auf der Flucht kamen viele Soldaten ums Leben. Auch die Beute wurde den Eindringlingen von aztekischen Kämpfern wieder abgenommen.

 



Die endgültige Zerstörung

Damit war der Versuch, das Aztekenreich auszuplündern, gescheitert. Doch die Spanier wollten ihre Niederlage nicht akzeptieren. 

 

  • Sie kehrten mit großer Verstärkung zurück,  belagerten Tenochtitlan und rissen die Herrschaft über die Stadt an sich. 

 

  • Tausende Kinder, Frauen und Männer wurden erschlagen. 

 

  • Die Stadt wurde niedergebrannt. Überall türmten sich Trümmer- und Leichenberge. Ein Augenzeuge berichtete: „Die Stadt gleicht einem umgepflügten Acker!“ 

 

  • Mit den Trümmern schütteten die Spanier die Kanäle zu. 

 

  • Auf dem Tempelplatz wurde eine riesige christliche Kirche errichtet. 

 

  • Tenochtitlan wurde in „Mexiko“ umbenannt. 

 

  • Die Stadt „Mexiko“ wurde die Hauptstadt des neu entstandenen spanischen Kolonialreiches „Neuspanien“.

 

Aufgabe 1

a) Die Ureinwohner Amerikas heißen "Indianer". Warum?

b) Die aztekische Hauptstadt Tenochtitlan hatte eine außergewöhnliche Lage. Beschreibe diese.

c) Warum lebten die Azteken dauerhaft im Kriegszustand?

d) Die Azteken praktizierten eine grausamen Kult, bei dem sie Menschen opferten. Warum taten sie das?

e) Die Azteken empfingen die Europäer nach kurzem Zögern offen und gastfreundlich. Warum?

f) Aztekenkönig Moctezuma zeigte den Spaniern sogar sein Schatzhaus. Wie verhielten sich die Spanier dort? (Quelle)

g) Skizziere  in Stichpunkten

  • den Machtkampf zwischen den Azteken und den Spaniern und 
  • die endgültige Zerstörung Tenochtitlans.

Andere Kulturen in Amerika

Viele andere amerikanische Stämme und Völker traf das gleiche Schicksal. Auch die Inka konnten sich nicht gegen europäische Zerstörer zur Wehr setzen.

Aufgabe 2

Lerne zwei typische amerikanische Kulturen kennen, in dem du  "Die Inka" und "Die Maya" anklickst und den Links folgst. Lies alle Informationen.
Entscheide dich dann für eine der beiden Kulturen und beantworte dazu die Fragen in Stichpunkten.


1. Wo war die Inkakultur angesiedelt?
2. Welches Land liegt heute auf dem ehemaligen Inka-Gebiet?
3. In welcher Gebirgskette lebten die Inkas?
4. Welche Sprache sprachen sie?
5. Beschreibe die Schrift der Inka.
6. Beschreibe, woran die Inka glaubten.
7. Gab es Opfer-Praktiken? Und wenn ja, wer oder was wurde geopfert?
8. Welche Gemüsesorten bauten die Inka an?
9. Was ist "Machu Picchu"?
10. Wie und durch wen ging die Inka-Kultur zu Ende?


1. Wo waren die Maya angesiedelt?
2. Wie viele Jahre existierte die Maya-Kultur?
3. Welche Gesellschaftsschichten gab es? Zähle alle Schichten von oben nach unten auf.
4. Was bedeutet "Milpa"?
5. Drei Gemüsesorten wurden zusammen angebaut. Nenne diese drei Sorten und erkläre, warum man sie gemeinsam angebaut hat.
6. Nenne drei merkwürdige Rituale der Maya.
7. Wie waren die Maya-Häuser beschaffen?
8. Wie sah die Schrift der Maya aus?
9. Nenne 5 typische Tiere, die im Maya-Gebiet lebten.
10. Warum starb die Maya-Kultur aus?